bild der wissenschaft plus 11/2015

KLAUS TSCHIRA PREIS für verständliche Wissenschaft
Die Preisträger 2015

Der Preis und seine Kraft

Sie fahren gelegentlich im Linienbus? Telefonieren mit dem Handy? Damit das so klappt, wie Sie sich das wünschen, optimieren Mathematiker Fahrpläne und Frequenzen.

Bald wird es flexible Bildschirme und leuchtende Getränkedosen geben. Dahinter steckt eine Technologie, die etwas mit dem Aussterben der Dinosaurier vor 66 Millionen Jahren zu tun hat.

Die Geschichte des Universums kann man in der Tiefsee ablesen. Denn explodierende Sterne hinterlassen Reste in den Ozeanen der Erde.

Das sind die Inhalte von drei der sieben Beiträge, die in diesem Jahr von der Jury des Klaus Tschira Preises für verständliche Wissenschaft ausgezeichnet wurden. Dafür erhalten die Autoren ein Preisgeld von je 5000 Euro. Diese Auszeichnung, die im 20. Jubiläumsjahr der Klaus Tschira Stiftung zum zehnten Mal weltweit ausgelobt wurde, wird sich auch bei der wissenschaftlichen Karriere der Preisträger positiv bemerkbar machen.

Wie gut die zwei Frauen und fünf Männer ihre Dissertation allgemeinverständlich „übersetzen" konnten, dokumentiert diese Sonderausgabe von bild der wissenschaft: Alle Siegerbeiträge sind in ihrer Originalfassung abgedruckt.

Ich bin mir sicher, der Stifter des Preises hätte seine Freude an der Darstellungskunst der sieben gefunden – und auch an der optischen Umsetzung der Forschungsarbeiten in diesem bild der wissenschaft plus. Doch Klaus Tschira, einer der größten Mäzene der Wissenschaft, ist leider am 31. März dieses Jahres in Heidelberg im Alter von 74 Jahren verstorben.

Für die Angehörigen, das Team der Stiftung, viele Menschen in der Forschung und auch für mich ist dies ein schwerer Verlust. Klaus Tschira war ein außergewöhnlicher Mensch. Über ein gutes Jahrzehnt hinweg hatten wir immer wieder Kontakt. Sowohl bei den Jurysitzungen als auch bei den Preisverleihungen hatte ich das Vergnügen, den großen Sohn Badens mit all seiner schöpferischen Kraft zu erleben.

Sprachlich gewitzt stellte er jedes Jahr aufs Neue unter Beweis, wie wichtig es war und wie wichtig es ihm war, dass er an der Endauswahl der Preisträgerarbeiten teilnahm. Seine Anmerkungen zeigten den anderen Juroren sein Qualitätsbewusstsein, insbesondere wenn es um die sprachlich saubere Vermittlung von Doktorarbeiten ging.

Bei der Verleihung des diesjährigen Klaus Tschira Preises wird der Stifter im Geiste der Gäste präsent sein. Mehr noch: Sein Legat wird dafür sorgen, die Naturwissenschaften in Deutschland nachhaltig in die Öffentlichkeit zu tragen.

 

Ihr Wolfgang Hess, Chefredakteur

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