Starthilfe für Stromspeicher

Staatliche Förderung könnte die Stromspeicher-Technologie beflügeln. (Foto: Chesky_W/Thinkstock)
Staatliche Förderung könnte die Stromspeicher-Technologie beflügeln. (Foto: Chesky_W/Thinkstock)

Ein Photovoltaik-Modul kostet heute gemessen an seiner Leistung etwa ein Zehntel dessen, was man 2005 noch dafür hinblättern musste. Weil die Solarzellen so günstig geworden sind, hat die Nutzung der Photovoltaik in den letzten Jahren rasant zugenommen. Der Preisverfall war allerdings kein Selbstläufer: Forschung und Entwicklung haben gewaltige Summen und Mühen aufgewendet. Nun wollen Politik, Wirtschaft und Forschergemeinschaft diesen Kraftakt mit Energiespeichern wiederholen. Ein Überblick darüber, wie das gelingen soll.

Die größte Initiative der Politik ist die Forschungsinitiative Energiespeicher des Bundes. Insgesamt 200 Millionen Euro stellen die Bundesministerien für Wirtschaft und Energie sowie für Bildung und Forschung zur Verfügung. Über 80 Einzelprojekte fördern die Ministerien derzeit, die alle gängigen Speichertechnologien wie Batterien, Pumpspeicher, Power-to-Gas-Systeme sowie thermische Speicher und auch etliche exotische Technologien abdecken.

In eine ähnliche Kerbe schlagen die Förderprogramme einiger Länder, wobei das Projekt Battery LabFactory an der Technischen Universität Braunschweig einen besonders interessanten Ansatz verfolgt: Mit vier Millionen Euro hat das Land Niedersachsen die "LaborFabrik" gebaut, in der sämtliche Fertigungsschritte einer Batterie ablaufen und die Forscher neue Verfahren und Materialien direkt während der Produktion untersuchen können.

Ein weiteres Projekt, in dem industrieller Alltag mit Forschung verbunden werden soll, ist Lithium Ionen Batterie 2015 (LIB2015): 60 Akteure aus Industrie und Forschung, darunter große Autohersteller, Maschinenbauer und Universitäten, haben sich zusammengetan, um Lithium-Akkus zu verbessern. 360 Millionen Euro haben die Unternehmen den Arbeitsgruppen, derzeit 17 an der Zahl, dafür in den nächsten Jahren zugesagt. Damit werden etwa Hochenergie-Akkus (AG HE-Lion) oder Akkus auf der Basis von Nanopartikeln (AG LIB-NANO) entwickelt.

Um das geballte Wissen aus den Forschungsprojekten zusammenzutragen, organisiert das Institut für Technische Thermodynamik des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums (DLR) jährlich das EnergieSpeicherSymposium, auf dem sich Wissenschaftler aus der ganzen Welt über die neuen Entwicklungen austauschen. Das Pendant der Wirtschaft dazu ist die Messe EnergyStorage in Düsseldorf, auf der Unternehmen jedes Frühjahr in Ausstellungen und Vorträgen ihre Produkte und Konzepte vorstellen.

Damit diese auch Anschluss ans Netz finden, fördert der Bund über die Kreditanstalt für Wiederaufbau Privatleute, die mit einem großen Batterie-Heimspeicher im Keller einen Teil ihres auf dem Dach erzeugten Solarstroms zwischenspeichern möchten – um so insgesamt mehr davon selbst nutzen zu können. Bis Ende 2014 hatten bereits über 15.000 private Solarstromerzeuger die günstigen Kredite in Anspruch genommen.

Die Zukunft wird's zeigen

Die Summen, die heute in die Entwicklung tragfähiger Speichertechnologien investiert werden, zeigen, welchen Stellenwert das Thema bei Fachleuten hat. Sie alle haben längst erkannt, dass gute Stromspeicher der nächste entscheidende Schritt hin zu einer erfolgreichen Energiewende sind. Ob die Bemühungen ausreichen, wird sich jedoch erst in zehn Jahren zeigen. Und ob die Deutschen dann in großem Stil Strom speichern werden, wird auch davon abhängen, wie schnell Stromspeicher rentabel sein werden. Dies war bei der Photovoltaik nicht gleich der Fall – mit dem EEG, dem Erneuerbare-Energien-Gesetz, fand die Politik aber ein effizientes Mittel, um die Photovoltaik-Branche anzukurbeln. Die richtige Förderung könnte also den Unterschied machen.

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