Akkus laden ohne Kabel

Deartige Spulensystems zum induktiven Laden von Elektroautos sollen in Straßen integriert werden. (Foto: Fraunhofer IWES)
Deartige Spulensystems zum induktiven Laden von Elektroautos sollen in Straßen integriert werden. (Foto: Fraunhofer IWES)

Wer mit einem Elektro-Auto verreist, hat recht schnell ein Problem: Der Akku ist leer. Wer Glück hat, kann noch eine nahegelegene Ladestation ansteuern. Doch dort wird er - selbst wenn er einen Supercharger von Tesla nutzt - mindestens eine halbe Stunde Zeit einplanen müssen. Wenn aber die Ladezeit schon unvermeidbar ist, haben sich nun Forscher des Fraunhofer-Instituts für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM) gedacht, muss man dafür dann unbedingt anhalten?

Das Ergebnis dieser Überlegungen ist der Prototyp eines induktiven Ladegeräts, mit dem die Akkus von Elektro-Autos berührungsfrei aufgeladen werden können - auch während der Fahrt. Die Energie wird dabei über ein veränderliches Magnetfeld übertragen, ähnlich wie in einem Transformator: Durch eine Spule im Boden unter dem Auto fließt ein Wechselstrom, wodurch ein sich ständig änderndes Magnetfeld entsteht. Durch spezielle Abschirmungen wird dieses Feld es zum Ladegerät im Auto gelenkt, wo es in einer zweiten Spule einen Strom induziert - dieser lädt den Autoakku auf.

Die Idee ist zwar nicht neu, aber durch die spezielle Bauweise ist das Gerät wesentlich leichter als bisherige Modelle. Deshalb würde sich der Einbau in Elektro-Fahrzeuge erst tatsächlich lohnen. Der entscheidende Vorteil aber ist, dass zwischen beiden Spulen ein Abstand von bis zu 20 Zentimetern herrschen kann, ohne dass viel Energie verloren geht: Immerhin 93 bis 95 Prozent der Energie bleiben bei der Übertragung erhalten. Integriert man viele Spulen hintereinander in den Asphalt der Straße, können sie ein Auto beim Fahren aufladen. Auch das haben die Forscher vom IFAM bei niedrigen Geschwindigkeiten schon erfolgreich getestet.

Induktionsspulen in der Autobahn

Damit wären spezielle Ladespuren auf der Autobahn denkbar. Genau das erprobt der Betreiber der britischen "motorways" auf einer Teststrecke in den kommenden Monaten. In Berlin ist das induktive Laden schon auf dem Asphalt der Tatsachen angekommen: Dort fahren probeweise E-Busse durch die Stadt, die zwar nicht während der Fahrt, aber beim Stehen an den Haltestellen induktiv geladen werden.

Auch das tägliche Laden zu Hause in der Garage soll durch Induktion einfacher werden. Würde allerdings die Hauskatze sich nachts während des Ladens unterm Auto verstecken, liefe sie Gefahr, wie in einer Mikrowelle gegrillt zu werden. Deshalb haben die Wissenschaftler ihre Technik probeweise  in der Stoßstange des Autos und in einer Ladesäule untergebracht, an die der Fahrer einfach heranfährt. Auch das funktioniert.

Vorteil für die Energiewende

Würde die Induktionsladetechnik flächendeckend eingeführt, ergäbe sich sogar noch ein ganz anderer Vorteil für die Energiewende: Die Vielzahl der Autobatterien, die verteilt im ganzen Land zu jeder Zeit induktiv am Stromnetz hingen, ergäben zusammen einen gigantischen Stromspeicher. Er könnte Schwankungen, Engpässe und Überproduktion von Wind- und Sonnenstrom ausgleichen.

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