Der Mensch ist nicht für die virtuelle Kommunikation geschaffen

Handy, SMS und E-Mail ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Doch eigentlich ist der Mensch für eine Kommunikation, bei der sich die Partner nicht gegenüberstehen, nicht geschaffen. Diese These vertritt ein amerikanischer Wissenschaftler, der sich mit elektronischer Zusammenarbeit beschäftigt.
Ned Kock, Direktor des E-Collaboration Research Center der Temple University, hat mit 20 Kommunikationspaaren den kognitiven Aufwand für Kommunikation in der persönlichen Begegnung und per E-Mail verglichen.

Dazu ließ er zehn Paare über bestimmte Problemlösungen in der persönlichen Begegnung miteinander kommunizieren, während die anderen zehn Paare sich per E-Mail über die besagten Probleme verständigen sollten. Er maß die "Zeit der kognitiven Anstrengung" für die Übermittlung einer bestimmten Anzahl von Ideen. Es zeigte sich, dass diese beim E-Mail-Kontakt 5-15 mal länger war als bei einem persönlichen Zusammentreffen. Selbst wenn man einrechne, so der Wissenschaftler, dass es Zeit braucht, um die persönliche Begegnung stattfinden zu lassen, sei der Aufwand per E-Mail immer noch höher.

Kock erklärt diesen Befund mit dem Begriff des "Prinzips des wiederholten Gebrauchs", der aus der Evolutionstheorie stammt. Dieser Begriff besagt, dass ein Lebewesen diejenigen Organe, die zum (ständig) wiederholten Gebrauch dienen, im Laufe der Evolution immer besser ausgeprägt werden. "Da wir in den vergangenen drei bis fünf Millionen Jahren in der persönlichen Begenung miteinander kommuniziert haben, muss man annehmen, dass unser biologischer Apparat für diese Kommunikationsform am besten gerüstet ist", so der Wissenschaftler.
Doris Marszk


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