Kunststoff aus Gras

Forscher arbeiten an biologisch abbaubaren Autoteilen
Biologisch abbaubaren Kunststoff für die Automobilindustrie haben Ingenieure der Universität Warwick aus Gras hergestellt. Bei dem ungewöhnlichen Rohstoff handelt es sich um Riesenchinaschilf ( Miscanthus giganteus), das ursprünglich aus Südostasien stammt, zwei Zentimeter dicke Halme bildet und über drei Meter hoch wird.

Zusammen mit den Ingenieuren arbeiten zwanzig Miscanthus-Bauern, die sich in einer multinational tätigen Gesellschaft zusammengeschlossen haben, an neuen Verwertungsmöglichkeiten für den nachwachsenden Rohstoff. Eines ihrer Projekte ist die Herstellung biologisch abbaubarer Kunststoffteile für die Automobilindustrie. Die Kraftfahrzeugbauer stehen unter wachsendem Druck, umweltverträgliche Materialien zu verwenden, da ausgediente Autos kostengünstig entsorgt werden müssen. Daher könnten sich aus pflanzlichen Faserstoffen hergestellte, kompostierbare Plastikteile als ideale Baustoffe erweisen.

Die aus einer Kreuzung hervorgegangene Miscanthus-Art ist eine robuste, mehrjährige Pflanze, die als umweltfreundlicher Biorohstoff seit einigen Jahren in Europa angebaut wird. Ohne größeren Bedarf an Dünger oder Pflanzenschutzmittel werden damit in Südengland zurzeit pro Hektar 15 Tonnen Biomasse produziert. Bisher diente das Material unter anderem als Streu für die Tierhaltung, Dachbedeckung und Brennmaterial zur Energieerzeugung.

Chinaschilf wird auch in Deutschland, Frankreich und der Schweiz auf Stilllegungsflächen angebaut und findet in der Papier-, Textil- und Baustoffindustrie Verwendung.

Joachim Czichos


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