Phosphor aus der Asche

Düngemittel. Ein unerlässlicher Inhaltsstoff sind Phosphate. (Foto: Singkham/Thinkstock)
Düngemittel. Ein unerlässlicher Inhaltsstoff sind Phosphate. (Foto: Singkham/Thinkstock)

Mit Phosphor verbindet man meist nur Negatives: Er ist in bestimmten Formen hochgiftig, leicht entzündlich und ist deshalb häufig Bestandteil von Brandbomben. Dabei ist Phosphor ein unerlässlicher Baustein für alles, was lebt. Ohne das Element wäre die Erde tot. Es erfüllt lebenswichtige Ausgaben, etwa beim Energiestoffwechsel. Der menschliche Körper beispielsweise "enthält" rund 700 Gramm Phosphor. Und: Phosphate, also die Verbindung von Phosphor mit Sauerstoff und anderen Elementen, sind unerlässlicher Bestandteil von Düngemitteln, die dafür sorgen, dass unsere Nahrungsmittel überhaupt wachsen. Gleichzeitig halten wir unseren Phosphor-Haushalt aufrecht, da wir den Stoff immer wieder ausscheiden. Das Problem: Phosphor wird knapp. Manche Forscher gehen davon aus, dass die weltweiten Vorräte bereits in 50 bis 100 Jahren erschöpft sein werden. Sie sprechen von der Phosphor-Krise.

Das Zauberwort heißt Recycling. Dutzende von Verfahren, Phosphor zurückzugewinnen werden derzeit erprobt, die meisten in Deutschland. Am vielversprechendsten ist dabei eine Methode, die Forscher der Universität Rostock entwickelt haben: Sie gewinnen das Element aus Schlachtabfällen, vor allem aus Tierknochen, die viel Phosphor enthalten. Da diese Abfälle seit der BSE-Krise nicht mehr zu Tiermehl oder Tierfutter verarbeitet werden, sind sie jetzt quasi "übrig". Im Februarheft von bdw beschreibt Jan Berndorff ausführlich, was für ein raffiniertes Verfahren sich die Rostocker Wissenschaftler ausgedacht haben, um das wertvolle Element aus den Knochen zu extrahieren.

Eine weitere Möglichkeit, Phosphor zu recyceln, ist die Verbrennung von Klärschlamm und dessen Asche danach mit speziellen Chemikalien zu behandeln. Denn Klärschlamm kann bis zu 13 Prozent Phosphor enthalten. Eine entsprechende Technologie, das Element aus dem Schlamm zu recyceln, hat die Bundesanstalt für Materialforschung gemeinsam mit der österreichischen Firma AshDec entwickelt.

Das sind nur zwei von vielen Verfahren, mit denen dem drohenden Phosphormangel entgegengewirkt werden soll. Die Forscher lassen sich so einiges einfallen, um ein Problem anzugehen, das der Öffentlichkeit kaum bewusst ist. Auswege aus der Phosphorkrise - mehr dazu in der Februarausgabe von bild der wissenschaft.

 

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