Studie: Alte analoge Mobilfunktelefone erhöhten Hirntumor-Risiko - wissenschaft.de
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Studie: Alte analoge Mobilfunktelefone erhöhten Hirntumor-Risiko

Wer in den 80er und frühen 90er Jahren mehrere Jahre lang jeweils zwei Stunden am Tag Mobilfunktelefone benutzt hat, hat einer Studie zufolge ein „deutlich erhöhtes Hirntumor-Risiko“. Die Studie von Lennart Hardell, eines Krebsspezialisten der schwedischen Orebro-Universität, wurde bei der Jahreskonferenz der britischen Wissenschaftsgesellschaft in Glasgow vorgestellt. Prof. Hardell hob hervor, die Ergebnisse ließen sich nicht direkt auf moderne Handys übertragen, da diese zehn Mal weniger Energie abgäben als die alten analogen Mobilfunktelefone.

Der „Independent“ (London) bewertete die Untersuchung am Mittwoch gleichwohl als „Meilenstein“ in der seit Jahren umstrittenen Frage nach möglichen Gesundheitsschäden durch Handys. Teilnehmer der Konferenz warfen Mobilfunkbetreibern vor, es sei unverantwortlich, Kinder zur häufigen Benutzung von Handys anzuregen. Hardell selbst riet zu einer „vorbeugenden“ Herangehensweise.

Der schwedische Forscher verglich 1.600 Patienten, die Hirntumore überlebt hatten, mit 1.600 Gesunden. Dabei fand er nach eigenen Angaben heraus, dass diejenigen, die mehr als fünf Jahre regelmäßig mobil telefoniert hatten, ein um 26 Prozent gesteigertes Risiko für Hirntumore hatten. Bei denjenigen, die mehr als zehn Jahre lang häufig Mobilfunktelefone benutzt hatten, habe das Risiko sogar um 77 Prozent zugenommen. Die Tumore seien auch zweieinhalb Mal so oft auf der Seite des Kopfes vorgekommen, auf der das Mobilfunktelefon normalerweise ans Ohr gehalten wurde.

Michael Clark vom britischen Strahlenschutzbüro, das die Grenzwerte für Strahlung festsetzt, sagte dazu: „Eine Studie wie diese muss ernst genommen werden. Aber analoge Telefone sind so um 1997 herum verschwunden. Die neuen digitalen geben wesentlich weniger Strahlung ab.“

dpa
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