Siwak-Wurzel kann eine Alternative zur Zahnbürste sein
Wer auf Naturprodukte steht, kann die herkömmliche Kunststoffzahnbürste durch eine Siwak-Wurzel ersetzen, erläutert Konrad Bühler, Zahnarzt aus Eislingen und Vorsitzender der Bezirkszahnärztekammer Stuttgart. Neu ist diese Idee nicht: Schon vor mehr als 5.000 Jahren wurden pinselartig gefächerte Stäbchen aus dem Holz eines Gewächses mit dem vielsagenden Namen "Zahnbürstenbaum" (Salvadora persica L.) für die Zahnpflege genutzt. Und auch heute noch sind die natürlichen Zahnbürsten in Westafrika, Indien und vor allem den arabischen Ländern sehr beliebt.
Die Anwendung ist dabei etwas gewöhnungsbedürftig: Die flouridhaltige Siwak-Wurzel wird am Ende weichgekaut, fasert aus und bildet dann eine Art Bürste. „Es ist auf jeden Fall eine uralte Methode der Zahnreinigung bei Völkern, die keine Zahnbürste zur Hand haben“, erklärt der Experte. „Diese Tradition hat sich bewährt und funktioniert dort“, so der Zahnarzt. Auch hierzulande spricht nichts dagegen, die Wurzelbürste einzusetzen. Richtig angewendet kann der Reinigungseffekt durchaus mit dem einer modernen Zahnbürste mithalten. Außerdem hat die Siwak-Bürste nicht nur einen säubernden Effekt, sondern sie fluoridisiert gleichzeitig die Zähne, erklärt Bühler – die Zahnpasta ist also sozusagen mit eingebaut. Studien haben gezeigt, dass die Wurzel neben dem Fluor noch verschiedene Mineralien, Vitamine, Silizium und keimhemmende Substanzen enthält. Das verschafft ihr sogar einen gewissen Vorteil gegenüber einer herkömmlichen Zahnbürste: Die Zahnpflege kann praktisch jederzeit und überall ohne Wasser vorgenommen werden.
ddp/wissenschaft.de - Sabine Löcher-Bolz



















