Wasserfilter lohnen sich für Gourmets, tragen aber nicht zur Verbesserung der Wasserqualität bei
Kokain, Hormone, Antibiotika, Schwermetalle und Pflanzenschutzmittel – immer wieder liest man in der Zeitung von unliebsamen Rückständen in Flüssen und sogar im Grundwasser. Da stellt sich so mancher Verbraucher die Frage, ob aus dem Wasserhahn tatsächlich noch unbelastetes Trinkwasser kommt. Diese Unsicherheit beschert einer Branche einen deutlichen Aufschwung: den Herstellern von Wasserfiltern. Aktivkohlefilter, Umkehrosmoseanlagen, Ionenaustauscher und viele mehr stehen zur Auswahl. Aber sind sie auch sinnvoll? Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung in Bonn hat darauf eine klare Antwort: „Aus ernährungsphysiologischer Sicht sind Wasserfilter nicht notwendig, sondern Geldmacherei.“
Trinkwasser sei nach wie vor eines der am besten kontrollierten Lebensmittel, das man bedenkenlos ohne weitere Aufbereitung trinken könne: „Zumindest wird es in dieser Qualität bis zum Hausanschluss geliefert. Ab dort ist der Hausbesitzer zuständig“, erklärt die Ernährungswissenschaftlerin. Sollte das Wasser tatsächlich einmal eine seltsame Färbung haben oder schlecht riechen, sei dieser daher neben dem örtlichen Wasserversorger der erste Ansprechpartner.
Aus Sicht der Expertin lauert die Gefahr von Keimen jedoch nur in seltenen Fällen im Trinkwasser. „Viel größer ist das Risiko, dass die Filter selbst zur Brutstätte von Krankheitserregern werden. Die Kartuschen müssen daher unbedingt regelmäßig getauscht werden.“
Wasserfilter haben aus Sicht der Expertin eher aus geschmacklichen Gründen eine Berechtigung – dann nämlich, wenn man ein Tee- oder Kaffeeliebhaber mit besonders feinen Geschmacksnerven oder hohem ästhetischen Anspruch ist. „In Gegenden, wo das Grundwasser sehr hart, also besonders kalkhaltig ist, kann ein Wasserfilter den Geschmack des Getränks verbessern und verhindern, dass es fade oder bitter schmeckt und sich Schlieren auf der Oberfläche bilden."
Übrigens: Sogenanntes „levitiertes Wasser“ herzustellen, in dem angeblich die Struktur der Wassermoleküle verändert wird, ist wissenschaftlich betrachtet nicht möglich. Einen positiven Effekt erzielt hier höchstens der feste Glauben an die Wirkung.
ddp/wissenschaft.de – Mascha Schacht

















