Fettblocker haben äußerst unangenehme Nebenwirkungen
Es klingt verführerisch: Dreimal täglich eine Pille schlucken und schon purzeln die Pfunde – ganz ohne Sport. "Sogenannte Fettblocker sorgen dafür, dass rund ein Drittel weniger Fett aus der Nahrung aufgenommen wird. Aber sie haben eine ganze Reihe teils höchst unangenehmer Nebenwirkungen", warnt Hans-Rudolf Diefenbach, stellvertretender Vorsitzender des Hessischen Apothekerverbandes.
Fettblocker wurden früher nur bei krankhaftem Übergewicht verschrieben, doch mittlerweile ist auch eine Reihe freiverkäuflicher Produkte auf dem Markt. Eine gefährliche Entwicklung, findet Diefenbach, denn die Mittel sind keineswegs so harmlos wie die Werbung die Menschen glauben machen will. "Die Fettblocker verringern nicht nur die Aufnahme von Nahrungsfetten, sondern auch die von fettlöslichen Vitaminen, beispielsweise den Vitaminen A, D und E." Zusätzlich zu den Fettblockern müssen dann Vitamintabletten eingenommen werden.
"Gefährlich werden können Fettblocker jedoch vor allem dann, wenn die Patienten gleichzeitig fettlösliche Arzneimittel einnehmen", erläutert der Apotheker aus Offenbach am Main. Einige Herzmedikamente, die Anti-Baby-Pille und eine Reihe weiterer Mittel stehen dem Körper dann nicht mehr in der notwendigen Dosis zur Verfügung. "In diesem Fall kann man natürlich nicht einfach die doppelte Menge nehmen, um die Verluste auszugleichen!"
Wer glaubt, mit Fettblocker Schokolade essen zu können, ohne zuzunehmen, muss zudem mit zum Teil äußerst peinlichen Überraschungen rechnen: "Während der Einnahme von Fettblockern muss die Ernährung umgestellt werden, sonst kommt es zum sogenannten Fettstuhl, plötzlichem heftigen Durchfall", erläutert Diefenbach. Auch Blähungen und andere Magen-Darm-Probleme gehören zu den häufig auftretenden Begleiterscheinungen.
Wer all das in Kauf nimmt, kann in den drei bis vier Monaten, die die Fettblocker maximal genommen werden sollten, drei bis fünf Kilo verlieren. Studien haben allerdings gezeigt, dass diese nach dem Absetzen der Präparate meist schnell wieder auf den Hüften der Probanden waren. "Seriöse Apotheker verkaufen diese Mittel daher nur nach ausführlicher Beratung", erklärt Diefenbach. Und aufgeklärte Kunden versuchen es seiner Erfahrung nach dann doch lieber mit einer ausgewogenen Ernährung und Sport: "Im Jahr 2009 haben nach unserer Beratung nur noch fünf Kunden darauf bestanden, Fettblocker zu kaufen."
ddp/wissenschaft.de – Mascha Schacht
















