Antibiotikum im Kindesalter kann der Zahnschmelzbildung schaden
Das Antibiotikum Amoxicillin kann bei Kleinkindern möglicherweise die Zahnschmelzbildung stören. Das vermuten amerikanische Forscher um Liang Hong von der Universität von Iowa in Iowa City nach Untersuchungen an 579 Kindern. Bis ins Alter von 32 Monaten erhielten rund 90 Prozent der Kinder eine Antibiotikatherapie, meist gegen Mittelohrentzündung. Bei jedem vierten Kleinkind stellten die Forscher an den ersten Schneidezähnen Defekte im Zahnschmelz fest. Diese so genannte Zahnfluorose zeigt sich durch weiße Punkte, kleine Vertiefungen oder braun gefärbte Flecken. Da weitere Untersuchungen den Befund erst erhärten müssten, plädieren die Forscher für einen vernünftigen Umgang mit dem Antibiotikum.
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Unter den 579 untersuchten amerikanischen Kleinkindern hatten denn auch nach 32 Monaten mehr als 90 Prozent eine Antibiotikatherapie hinter sich. Bei 24 Prozent der Kinder diagnostizierten die Zahnmediziner eine Zahnfluorose an den vorderen beiden bleibenden Backen- und den Schneidezähnen. Aus ihren Daten ermittelten die Forscher eine deutliche Steigerung des Risikos für die Fluorose, besonders wenn die Kinder zwischen dem dritten und sechsten Lebensmonat Antibiotika bekommen hatten.
Die Forscher räumen in einer Einschätzung zu ihrer Studie ein, dass weitere Untersuchungen folgen müssten, um die Ergebnisse zu erhärten. Einerseits sei ungeklärt, wie genau Amoxicillin in die verschiedenen Phasen der Zahnschmelzentwicklung eingreift. Hier wären detaillierte Gewebeuntersuchungen angebracht, schreiben die Forscher. Andererseits untersuchten sie nur Kinder aus gehobenen Einkommensschichten. Deren Lebensgewohnheiten könnte die Statistik verfälschen. In einem Kommentar zu den Ergebnissen schreibt Paul Casamassimo von der Ohio State University in Columbus, dass eine Antibiotikatherapie bei Mittelohrentzündungen mehr helfe als sie durch eine Zahnfluorose potenziell schade. In jedem Fall sollten die Medikamente vernünftig dosiert werden.
Liang Hong (Universität von Iowa, Iowa City) et al.: Archives of Pediatrics and Adolescent Medicine, Band 159, S. 943
ddp/wissenschaft.de – Martin Schäfer

















