Probiotische Bakterien bringen Sportler in Schwung
Nach exzessivem Sport können probiotische Bakterien dem erschöpften Immunsystem wieder auf die Beine helfen. Das haben australische Forscher in einer Studie mit acht ausgepowerten Sportlern gezeigt, in deren Blut die Menge eines natürlichen Virenkillers deutlich reduziert war. Bereits nach einem Monat Behandlung mit Milchsäurebakterien normalisierte sich der Wert wieder, entdeckten die Wissenschaftler. Ob die gestärkte Körperabwehr jedoch tatsächlich besser mit den bei Sportlern häufigen Atemwegsinfekten fertig wird, können die Forscher noch nicht sagen.
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Mitverantwortlich für diese Immunschwäche scheint die verminderte Produktion eines Abwehrproteins namens Interferon gamma zu sein, konnten Robert Clancy und seine Kollegen nachweisen, als sie die Blutwerte von erschöpften Sportlern mit denen von fitteren Athleten verglichen. Eine Folge dieses Mangels: Bei fünf der acht untersuchten erschöpften Sportler gelang es dem Immunsystem nicht mehr, die so genannten Epstein-Barr-Viren, die 98 Prozent aller Erwachsenen im Körper tragen, unter Kontrolle zu halten. Diese Viren, Erreger des Pfeifferschen Drüsenfiebers und anderer Atemwegserkrankungen, bleiben nach einer Infektion normalerweise ähnlich wie Herpes-Viren in einem Ruhezustand und werden nur dann wieder aktiv, wenn die Körperabwehr geschwächt ist. Ihre Anwesenheit im Speichel ist daher ein typischer Hinweise auf ein geschwächtes Immunsystem.
Der Interferonmangel ließ sich durch eine einmonatige Kur mit Milchsäurebakterien vom Typ Lactobacillus acidophilus beheben, zeigte eine weitere Untersuchung. Solche probiotischen Mikroben siedeln sich im Darm an und verdrängen krankmachende Keime oder solche, die das Gleichgewicht der Darmflora stören. Die Therapie führte außerdem dazu, dass sich nur noch bei einem der Sportler Epstein-Barr-Viren im Speichel nachweisen ließen. Die Wissenschaftler wollen nun überprüfen, ob der Ansatz auch bei anderen Arten von Erschöpfung eine positive Wirkung erzielt.
Robert Clancy (Universität von Newcastle) et al.: British Journal of Sports Medicine, Bd. 40, S. 351
ddp/wissenschaft.de – Ilka Lehnen-Beyel

















