Die Anzahl der Fettzellen im Körper ändert sich bei Erwachsenen nicht
Erwachsene schleppen ihr ganzes Leben lang die gleiche Anzahl an Fettzellen mit sich herum. Das hat eine Studie schwedischer Wissenschaftler gezeigt, die damit eine immer wieder geäußerte Vermutung bestätigen konnten. Festgelegt wird die persönliche Fettzellmenge demnach in der Kindheit, wobei der Aufbau der Zellen bei Übergewichtigen früher beginnt und schneller fortschreitet. Eine starre Masse, deren Bausteine einmal angelegt werden und dann unverändert bleiben, ist das Fettgewebe jedoch nicht: Etwa zehn Prozent der Fettzellen sterben jedes Jahr ab und werden durch neue ersetzt egal, ob jemand schlank oder übergewichtig ist. Diese bisher unbekannte Neubildung zu blockieren, wäre möglicherweise ein attraktiver Ansatz gegen Übergewicht, schreiben die Forscher.
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Für noch wichtiger halten die Wissenschaftler jedoch ihre zweite Entdeckung: Die Fettzellanzahl wird durch eine Art Fließgleichgewicht konstant gehalten, bei dem ständig Zellen absterben und neue gebildet werden. Auf diese Weise, zeigt eine Berechnung, erneuert sich im Schnitt alle 8,3 Jahre die Hälfte aller Fettzellen. Nachweisen konnten die Forscher diesen Zusammenhang, indem sie das Alter der Zellen anhand des in die Erbsubstanz eingebauten radioaktiven Kohlenstoffisotops C14 bestimmten. Die Menge dieses Isotops in der Luft stieg während der Atombombentests im Kalten Krieg, zwischen 1955 und 1963, deutlich an, und dieser Anstieg ließ sich auch in den Fettzellen von Menschen nachweisen, die 1955 bereits erwachsen waren. Das lässt sich nur erklären, wenn die Erbsubstanz und damit die Zelle erst zu dieser Zeit neu aufgebaut wurde, erläutern die Wissenschaftler.
Da der prozentuale Austausch bei Schlanken und Übergewichtigen gleich ist, bilden dickere Menschen absolut betrachtet jedes Jahr deutlich mehr neue Fettzellen als schlanke. Könnte dieser Vorgang gebremst werden, ließe sich möglicherweise sowohl Übergewicht reduzieren als auch der lästige Jojo-Effekt nach einer Gewichtsabnahme vermeiden, glauben die Wissenschaftler.
Kirsty Spalding (Karolinska-Institut, Stockholm) et al.: Nature, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1038/nature06902
ddp/wissenschaft.de – Ilka Lehnen-Beyel

















