Wie die Pille den Männergeschmack verändert
Die Pille verändert, welchen Körpergeruch Frauen bei Männern mögen: Nehmen sie das Verhütungsmittel ein, fühlen sie sich eher von Männern angezogen, deren genetische Ausstattung ihrer eigenen ähnelt. Ohne die Pille tendieren sie hingegen eher zu Männern, deren Gene sich von ihren eigenen unterscheiden, haben britische Forscher gezeigt. Da die Natur eine möglichst große genetische Vielfalt favorisiert, könnte eine solche Verschiebung der Duftpräferenzen nach Ansicht der Forscher unangenehme Folge haben, darunter Empfängnisschwierigkeiten, eine erhöhte Rate an Fehlgeburten oder eine Immunschwäche beim Nachwuchs. Allerdings war der gemessene Effekt nur relativ schwach – im Gegensatz zu früheren Studien, in denen sich sehr deutliche Duftvorlieben abgezeichnet hatten.
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Obwohl in früheren Studien gezeigt worden war, dass Frauen normalerweise den Geruch genetisch von ihnen verschiedener Männer bevorzugten, konnten die Wissenschaftler in ihrer Untersuchung keine derartige Vorliebe nachweisen. Beim Vergleich der Präferenzen mit und ohne Pille fanden sie allerdings einen eindeutigen Trend: Mit Pille bewerteten die Frauen den Geruch von Männern mit ähnlichen MHC-Genen als attraktiver und angenehmer als zuvor. Bei einer Kontrollgruppe ohne den Pillenunterschied gab es diese Verschiebung hingegen nicht.
Aus Sicht der Evolution sei die Veränderung der Vorlieben erklärbar, erläutern die Forscher: Die Pille gaukelt dem Körper eine Schwangerschaft vor – und in dieser Zeit neigen Frauen dazu, sich mit Verwandten zu umgeben, die ja ebenfalls eine ähnliche genetische Ausstattung besitzen und ihnen bei der Kinderaufzucht helfen können. Allerdings erschwert die Verschiebung den Frauen, die ja nicht wirklich schwanger sind, die Auswahl des optimalen Partners, denn je unterschiedlicher die Gene beider Elternteile sind, desto besser ist der Nachwuchs für mögliche Probleme gerüstet. Und noch einen unerwünschten Nebeneffekt könnte die Pille haben: Wenn die Frauen aufhörten, die Pille zu nehmen, erscheine ihnen ihr Partner und sein Duft vielleicht nicht mehr so attraktiv wie zuvor – und das bringe wiederum die Partnerschaft in Gefahr.
Craig Roberts (University of Newcastle) et al.: Proceedings of the Royal Society B, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1098/rspb.2008.0825
ddp/wissenschaft.de – Ilka Lehnen-Beyel

















