Helix, Wendeltreppe oder Schlange: Vor fünfzig Jahren entdeckten Watson und Crick die DNA
Salvador Dali hat sie schon gemalt. Bill Clinton sprach mit Achtung von ihr. Und im vergangenen Jahr ist sie in der weltweit renommiertesten Fachzeitschrift "Nature" in 585 Artikeln erwähnt worden: die Erbsubstanz DNA. Ihren molekularen Aufbau haben vor 50 Jahren zwei junge Mediziner aus England erstmals beschrieben. James Watson und Francis Crick schufen mit ihrer Arbeit eine der wichtigsten Grundlagen der modernen Biologie.
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Die Entschlüsselung des menschlichen Erbguts, Vaterschaftstests, das Verständnis von vielen Erkrankungen wie Krebs – all dies wäre ohne den Geniestreich von James Watson und Francis Crick nicht möglich gewesen. Beide forschten zu Beginn der fünfziger Jahre am Cavendish-Laboratorium in Cambridge eigentlich an Bakterienviren und dem Aufbau von Eiweißmolekülen. Das Tüfteln an der Struktur der Desoxyribonukleinsäure (DNA) war ihr professionelles Hobby: Sie ließen sich Modelle der Bausteine der DNA basteln – darunter Zucker, Basen und Phosphatmoleküle – und versuchten daraus ein nach allen Regeln der Chemie stabiles Molekül zu bauen.
Einige Hinweise gaben ihnen die Arbeiten von Maurice Wilkins und Rosalind Franklin am Kings College in London. Die beiden Biophysiker hatten Bilder der DNA mit Röntgenstrahlen geschossen. Watson und Crick studierten die Aufnahmen mit einem regelmäßigen Muster von schwarzen Punkten eifrig – allerdings ohne das Wissen von Franklin. Daraus ging hervor, dass die DNA ein regelmäßig aufgebautes Molekül sein muss.
Nach mehreren Fehlschlägen gelang dem Forscherduo schließlich der Entwurf einer überzeugenden Struktur: Sie ließen zwei Stränge von Zuckermolekülen einander wie Ranken umschlingen und bauten dazwischen aus je zwei Basen Stufen wie in einer Wendeltreppe. Die beiden Basen waren fest mit den Zuckersträngen verbunden, zogen sich gegenseitig aber nur über molekulare Kräfte an – vergleichbar einem Reißverschluss, dessen Zacken den Basen entsprechen.


















