Die Anfänge der Primaten sind umstritten: Stammt der Ururahn des Menschen aus Afrika oder vom indischen Urkontinent?
Wo und wann lebte der erste Primat, der Vorfahre der Affen und auch des Menschen? Trotz immer neuer Fossilienfunde ist diese Frage unter Wissenschaftlern noch immer heftig umstritten. Sicher ist: Mit diesem ersten Primaten entwickelte die Evolution auch das Grundkonzept des Menschen – einem Allzweckkörper gesteuert von einem großen Gehirn.
ANZEIGE
Der Mensch ist ein Anpassungskünstler. Seine Hände sind Allzweckwerkzeuge, mit denen er auf Bäume klettern kann, die sich jedoch auch zum Nähen von Kleidern eignen. Mit seinem großen Gehirn findet er sich in neuen Situationen schnell zurecht. Dieses Konzept eines vielseitig einsetzbaren Körpers in Verbindung mit viel Gehirnmasse entstand in der Evolution bereits mit den Primaten. Wann und wo aber diese Tierordnung sich entwickelte, zu der auch der Mensch gehört, darüber liegen sich Evolutionsforscher in den Haaren.
Ein Fund in Ägypten hat den Expertenstreit kürzlich wieder aufflammen lassen. In der Wüste hatte ein ägyptisch-amerikanisches Team Zähne und Kieferknochen von Halbaffen ausgegraben. Die Fossilien stammten von einer ursprünglichen Art der Faulaffen und von einem Buschbaby, auch Galago genannt. Das Spektakuläre an den Knochen ist ihr Alter: Die nur wenige Hundert Gramm schweren Tierchen mussten vor rund 40 Millionen Jahren gelebt haben. Die bislang ältesten bekannten Fossilien von Halbaffen waren dagegen weniger als 20 Millionen Jahre alt.
Die Forscher um Erik Seiffert von der Duke-Universität in Durham sehen ihren Stammbaum durch den Fund bestätigt. Demnach lebte der Urprimat vor etwas mehr als 70 Millionen Jahren. Nach dem Aussterben der Dinosaurier spaltete sich die Ordnung in Affen, zu denen auch die Menschenaffen gehören, und Halbaffen auf. Aus letzteren entwickelten sich die Lemuren, und vor gut 40 Millionen Jahren entstanden aus der Linie der Halbaffen auch die Faulaffen und Buschbabys.




















