Das Glück sitzt im Gehirn: Neurowissenschaftler erforschen die biologischen Grundlagen der Freude
Wie entsteht Freude im Gehirn? Nach wie vor sind die Prozesse, die im Gehirn Freude auslösen, nicht bis ins Einzelne erforscht. Eine Hauptrolle spielen bestimmte Botenstoffe, die Opioide, zu denen auch die Endorphine gehören. Auf die Opioide reagieren jedoch viele Hirnregionen. Welche von ihnen entscheidend für das Empfinden von Freude sind, können die Neurowissenschaftler bislang nicht mit Sicherheit sagen. Zwei Bereiche scheinen zumindest für die Freude an Süßem und Düften grundlegend zu sein.
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"Freude, schöner Götterfunken" – was Schiller in seiner Ode als eine göttliche Gabe pries, lässt sich aus dem Blickwinkel moderner Hirnforschung ganz nüchtern als biochemischer Vorgang im Gehirn beschreiben. Die genauen Prozesse, durch die Freude und Glück im Gehirn entstehen, geben den Neurowissenschaftlern jedoch nach wie vor Rätsel auf. "Wo genau die Glücksgefühle sitzen, kann niemand sagen", erklärt Professor Borwin Bandelow von der Klink für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Göttingen gegenüber ddp.
Freude hat unzählige Anlässe und ist zugleich schwer greifbar. Wo setzen die Wissenschaftler an, um sie zu erforschen? "Da sind zwei der grundlegenden Bedürfnisse: Hunger und Sex", erklärt Bandelow. Wenn sie gestillt werden, entsteht Freude. Zumeist geht die Hirnforschung von solchen handfesten Genüssen aus und untersucht die dabei im Gehirn ablaufenden Prozesse.
In den sechziger Jahren galt der Botenstoff Dopamin als chemische Grundlage der Freude. Er regt die Nervenzellen des sogenannten Belohnungszentrums im Gehirn an. Mithilfe der Computertomografie lässt sich zeigen, dass dieses Zentrum immer dann aktiv ist, wenn Menschen etwas genießen – sei es gutes Essen, Sex, Musik oder Drogen.
Manche Versuche widersprechen jedoch dem Bild des Dopamins als Quelle der Freude. Sie zeigen es vielmehr als Ursprung des Verlangens. Kent Berridge von der Universität Michigan in Ann Arbor etwa untersuchte Ratten, bei denen er die Rezeptoren für Dopamin zerstört hatte. Sie fraßen zwar nicht mehr von allein, doch wenn man sie dazu zwang, genossen sie Süßigkeiten nach wie vor. Sie mochten Süßes also weiterhin, wollten es aber nicht mehr, schloss Berridge daraus. Ähnliches ergaben Tests von Jaap Panksepp von der Bowling-Green-State-Universität in Ohio mit Menschen, deren Dopaminrezeptoren durch ein Medikament blockiert waren.





















