Biophotonen: Forscher wollen mit Licht die Qualität und Frische von Lebensmitteln messen
Die Inhaltsstoffe eines Lebensmittels entscheiden über hoch- oder minderwertig, so sagt es die Lebensmittelchemie. Doch nun schickt sich auch die Physik an, die Nahrung genauer unter die Lupe zu nehmen. Der deutsche Wissenschaftler Fritz-Albert Popp widmet sich seit einigen Jahren speziellen Lichteigenschaften von Nahrung und konnte erstaunliche Zusammenhänge aufdecken: Herkunft, Frische und Anbauweise lassen sich aus Lichtmessungen erschließen oder zumindest eingrenzen, glaubt Popp. So könne Bio-Nahrung von konventionellen Produkten unterschieden werden, ließen sich Eier aus Freilandhaltung kennzeichnen und das Haltbarkeitsdatum bestimmen.
ANZEIGE
"Frische Eier, frischer Salat, frischer Spargel zu verkaufen", hallt es über den Marktplatz. Bei solch verlockenden Angeboten erwachen die Sinne des Verbrauchers. Mit den Augen muss er prüfen, ob der Spargel fest aussieht und der Salat noch nicht welk ist. Doch schon bei den Eiern lassen ihn die Sinnesorgane im Stich. Der Kauf bleibt Vertrauenssache.
Eine Lebensmittelqualitätsanalyse würde einige Tage dauern, ist umständlich und kostspielig. Doch seit einigen Jahren arbeitet der deutsche Physikprofessor Fritz-Albert Popp vom Institut für Biophysik in Neuss an einem Schnelltest, die Frische von Lebensmitteln einfach und schnell zu bestimmen. Der Test beruht auf der Fähigkeit von Pflanzen und Tieren, Licht zu speichern und auszusenden – eine Entdeckung, die Popp an der Universität Marburg bereits in den 70er Jahren machte. Dieses Licht geht auf komplizierte Vorgänge in den DNA-Molekülen zurück. "Es ist für das bloße Auge unsichtbar. Es ist so schwach wie eine Kerzenflamme in 20 Kilometer Entfernung", erklärt Popp. Spezialgeräte sind nötig, diese so genannten Biophotonen nachzuweisen. Nachdem viele Wissenschaftler diese Theorie der Biophotonen lange Zeit als unglaubwürdig oder gar als esoterisch bezeichneten, ist sie inzwischen jedoch weitgehend anerkannt.
Umstritten sind jedoch die Schlussfolgerungen, die Popp und sein Forscherteam aus den Ergebnissen ziehen. Die Wissenschaftler hatten in ihren Untersuchungen beobachtet, dass das Leuchten nachlässt, wenn Pflanzen verrotten oder beispielsweise im Magen verdaut werden. "Die Lichtspeicherfähigkeit von Nahrung nimmt im Laufe der Zeit ab", erläutert der Forscher. Inzwischen wurde der Zusammenhang an über 200 Lebensmitteln überprüft. Daher ist Popp überzeugt, dass das Leuchten sich erstmals für eine ganzheitliche, allgemeingültige Aussage für die Güte von Lebensmitteln eignet. Je mehr Licht ein Produkt speichern kann, desto frischer könnte es sein. So liefert die Lichtmessung Aussagen, die herkömmlichen Methoden größtenteils versagt bleiben.



















