Grauer Star: Eine Kunststofflinse bringt die ungetrübte Sicht zurück
Etwa die Hälfte der über Siebzigjährigen leidet an Grauem Star, der auch Katarakt genannten altersbedingten Trübung des Auges. Die einzige Therapie ist der operative Austausch der Augenlinse durch eine Kunststofflinse. Mit rund 600.000 Operationen pro Jahr in Deutschland ist der Eingriff längst Routine. Er erfolgt meist ambulant.
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Ein Blick durch Milchglas macht am besten deutlich, wie Menschen mit Grauem Star ihre Umwelt wahrnehmen. Ihre Umgebung ist trüb, die Konturen werden unscharf. Mit zunehmender Trübung der Augenlinse würde sich ein bald undurchsichtiger grauer Schleier über die Welt legen: Der Patient erblindet. Doch der Graue Star kommt zunächst nicht als Erkrankung daher: "Jeder Mensch bekommt mit zunehmendem Alter eine Linsentrübung", erklärt Alf Reuscher, Augenchirurg in Esslingen am Neckar und im Berufsverband der Augenärzte Deutschlands Ressortleiter für Augenchirurgie.
Die Eintrübung der Linse ist eine Alterserscheinung wie das Ergrauen des Haars. Ähnlich wie die Haare in mittleren Jahren über einen längeren Zeitraum in grau oder weiß umschlagen, kommt auch eine Linsentrübung schleichend daher. Von Person zu Person ist das ganz unterschiedlich. Manchmal trübt sich die Linse kaum ein, immer öfter wird sie aber in höherem Alter zum Problem: Rund die Hälfte der Siebzigjährigen leidet an dem auch Katarakt genannten Grauen Star. Dass in diesem Jahr in Deutschland rund 600.000 Katarakt-Operationen gemacht werden, "liegt ganz einfach am höheren Lebensalter der Menschen", sagt Reuscher. Doch werde das Patientenklientel jünger, beschreibt Reuscher. Der Grund dafür liegt in den anspruchsvolleren Sehgewohnheiten wie etwa die Arbeit am Bildschirm.
Trübt sich die Linse ein, so ist ihr Austausch durch eine Kunststofflinse die einzige Therapie. Bei so vielen Operationen im Jahr ist sie Routine. Der Esslinger Arzt Reuscher operiert beispielsweise 2.000 Augen im Jahr. Durchschnittliche Operationszeit: 15 Minuten. Mitsamt der Vorbereitung und Nachsorge sowie einer örtlichen Betäubung dauert die ambulante Behandlung zwei Stunden.



















