Tests aus der Apotheke: Ohne den Rat des Arztes geht es meistens dennoch nicht
Viele Tests aus der Apotheke versprechen eine schnelle Diagnose. Doch dabei kann einiges schief gehen. Mangelndes Wissen der Patienten kann dazu führen, dass der Test falsch ausgeführt oder das Ergebnis falsch gedeutet wird. Mit Ausnahme einiger Basischecks wie der Blutdruckmessung oder der Blutzuckerbestimmung kann häufig der Arztbesuch nicht ersetzt werden.
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Eine fundierte Diagnose kostet vor allem eines: Zeit und sehr viel Geduld. Endlose Minuten im Wartezimmer, eine Untersuchung nach der anderen und immer neue Termine. Dieser Arztmarathon auf dem Weg zur Diagnose geht vielen Patienten auf die Nerven. Verlockend preiswert und prompt bekommt der Gepeinigte hingegen Antwort von Tests aus der Apotheke. Zucker im Blut, Blut im Stuhl, Bakterien im Magen – viele Auffälligkeiten und Erkrankungen können hier ohne Doktor überprüft werden. Doch wie verlässlich sind die Befunde? "Grundsätzlich gilt, dass jeder noch so banale Test fachgerecht durchgeführt werden muss, damit es nicht zu falschen Ergebnissen kommt", erklärt Sabine Marnach, Pressesprecherin des Bundesverbandes der AOK.
Wer auf dem Weg zur Arbeit in die Apotheke hetzt, um rasch seinen Blutdruck zu messen, wird eine böse Überraschung erleben. Der Wert wird vermutlich höher liegen als üblich, beispielsweise bei 110 zu 160 statt 80 zu 120. Der Grund: Außer Atem schnellt der Blutdruck in die Höhe. So soll es bei einem gesunden Körper auch sein: "In größeren Apotheken gibt es manchmal Sitzgelegenheiten, nehmen Sie kurz Platz und ruhen Sie sich fünf Minuten aus und lassen Sie erst dann den Blutdruck messen", rät Marnach. Dann ist die Messung sicherlich gut investiertes Geld, zumal sie nur einen Euro kostet.
Auch bei anderen Tests kann der Laie daneben liegen und sich im schlimmsten Fall eine Krankheit zuschreiben, die er gar nicht hat. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern oft psychisch belastend. Misst ein Patient nichtsahnend den Blutzucker nach dem Frühstück, kann der Wert Diabetes vorgaukeln. Tatsächlich ist die Fehldiagnose dem Zucker in der Marmelade geschuldet, der im Blut seine natürliche Wirkung entfaltet. Wird dagegen mit nüchternem Magen ein Tropfen Blut auf den Teststreifen getropft, dann verrät dieser sehr zuverlässig, ob sich eine Zuckerkrankheit anbahnt, die bisher unbemerkt geblieben ist.



















