Enträtselte Nasca-Linien
Nach jahrzehntelangem Rätselraten kennen Forscher nun Entstehung und Bedeutung der Scharrbilder im peruanischen Hochland
Wissenschaftler rätselten jahrzehntelang, was die riesigen, in die Erde gescharrten Figuren im peruanischen Hochland rund um die Stadt Nasca bedeuten. Ein interdisziplinäres Forscherteam hat sich nun mit den Menschen beschäftigt, die vor mehr als 3.500 Jahren begannen, diese Geoglyphen anzulegen. Die Ergebnisse zeigen: Die Linien und Figuren waren weder Kalender noch Anzeigen für Wasseradern und auch keine Zeichen für die Götter. Vielmehr handelte es sich wahrscheinlich um Freilufttempel, in denen Rituale und religiöse Zeremonien abgehalten wurden.
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Eigentlich ist Nasca nur eine Kleinstadt im peruanischen Hochland. Doch seit über einem halben Jahrhundert steht ihr Name für einen Mythos: Rund um die Siedlung zwischen den Andenausläufern und der Pazifikküste befinden sich die rätselhaften "Linien von Nasca", kilometergroße Flächen und riesige Figuren, die von den Siedlern vor vielen hundert Jahren in den Erdboden gekratzt wurden. Warum sie das taten und welche Bedeutung die Spiralen, Trapeze und Tierdarstellungen der Geoglyphen hatten, – darüber konnten Wissenschaftler lange Zeit nur spekulieren. Waren es Kalender, astronomische Aufzeichnungen, Anzeigen für unterirdische Wasseradern, Botschaften an die Götter oder gar etwas so abstruses wie Landebahnen für Außerirdische?
Jetzt bringt ein interdisziplinäres Team von Wissenschaftlern Licht ins Dunkel, berichtet das Magazin "bild der wissenschaft" in seiner Januar-Ausgabe. "Wenn wir etwas über die Geoglyphen erfahren wollen, müssen wir nach den Menschen schauen, die sie gefertigt haben", beschreibt Markus Reindel, Prähistoriker vom Deutschen Archäologischen Institut, die Motivation des gigantischen Unternehmens. Also vermaßen und erfassten die Forscher nicht nur alle Geoglyphen, sie untersuchten auch den Untergrund, die menschlichen Überreste und die Klima- und Siedlungsgeschichte rund um den Ort Palpa, etwas nördlich von Nasca gelegen, wo die Figuren ungewöhnlich dicht beisammen liegen.




















