Warum Hochkulturen untergehen - oder aber überleben
Ob Bevölkerungswachstum, Dürreperioden und politische Krisen einer Gesellschaft etwas anhaben können, hängt maßgeblich von deren Innovationswillen ab.
Immer wieder gehen hochentwickelte Kulturen wie die der Maya oder der Anasazi-Indianer unter. Schuld daran ist meist eine Verkettung verschiedener Umstände wie eine Bevölkerungsexplosion, politische Unruhen und zusätzlich klimatische Veränderungen wie etwa eine Dürreperiode. Doch es gibt auch Beispiele, in denen solche Bedingungen nicht zum Kollaps einer Gesellschaft geführt haben. Das Geheimnis dahinter sind die richtigen Innovationen zu richtigen Zeit.
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Extrem genaue Kalender, ausgeklügelte Schriftsysteme, beeindruckende Bauwerke, leistungsfähige Bewässerungssysteme und eine blühende Landwirtschaft: Viele Hochkulturen, darunter die der Maya oder die der Anasazi in Nord- und Mittelamerika, hatten eigentlich alles, was man braucht, um auch mit widrigen Umständen fertig zu werden – und gingen trotzdem zugrunde. Warum? Was unterschied diese Völker von anderen, die trotz schlechterer Ausgangsbedingungen gediehen?
Nach den Antworten auf diese Fragen suchen Wissenschaftler bereits seit vielen Jahren. Vollständig erklären können sie den Kollaps der Hochkulturen zwar immer noch nicht. Doch einiges kristallisiert sich so langsam heraus, berichtet das Magazin "bild der wissenschaft" in seiner März-Ausgabe: Fast immer bringen ein extremes Bevölkerungswachstum und der damit verbundene Raubbau an den natürlichen Ressourcen die Gesellschaften an den Rand des Abgrunds – und dem kann nur entgehen, wer es durch Innovationen schafft, die Versorgung seiner Bevölkerung trotzdem zu sichern.
Beispiel Maya: Zwischen 300 vor und 900 nach Christus bevölkerten bis zu 14 Millionen Angehörige dieses Volkes ein Gebiet, das heute Südmexiko, Guatemala und Belize umfasst. Danach ging die Bevölkerungszahl plötzlich stark zurück und es entstanden keine neuen Bauwerke mehr. Schuld daran ist eine unglückliche Verkettung von Umständen, glauben Forscher heute. "Es gab nicht den einen Kollaps, sondern zwei aufeinanderfolgende Tiefschläge, von denen sich die Kultur nie ganz erholte", erklärt der Maya-Experte Nikolai Grube von der Universität Bonn.



















