Unterwegs in der Weite des Südpolarmeeres
Fünfter und letzter Expeditionsbericht des deutschen Forschungsschiffs "Polarstern"
Die "Polarstern", das vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) betriebene Forschungsschiff, ist bereits seit Oktober 2005 auf einer Forschungsexpedition im Südpolarmeer unterwegs. Während des letzten wissenschaftlichen Fahrtabschnittes hat am 1. März das Internationale Polarjahr (IPY) begonnen. Aus diesem Anlass veröffentlicht wissenschaft.de in Zusammenarbeit mit "bild der wissenschaft" in einem Online-Logbuch Expeditionsberichte, die einen Einblick in die vielfältigen Forschungstätigkeiten geben. Es berichten Hans W. Hubberten (weitere Informationen zur Person), Hannes Grobe und die Expeditionsteilnehmer des Forschungsschiffs. Die Berichte erscheinen immer wieder an dieser Stelle und werden regelmäßig ergänzt.
ANZEIGE
Die Expedition hat am 2. Februar in Punta Arenas begonnen und führt mit hundert Teilnehmern quer durch das Weddellmeer zur deutschen Überwinterungsstation "Neumayer", die in Dronning Maud Land auf dem Ekström-Schelfeis liegt. Deutschland betreibt durch das AWI dort seit 1981 eine Dauerstation. Nach kurzem Aufenthalt mit Ladetätigkeiten zur Ver- und Entsorgung der Station geht die Reise entlang der antarktischen Küste nach Osten bis in den Bereich der Prydz-Bucht vor dem Amery-Schelfeis. In diesem bisher kaum erforschten Gebiet wird ein umfangreiches geowissenschaftliches Programm sowohl im Ozean als auch an Land durchgeführt. Die Fragestellungen umfassen die Kartierung des Meeresbodens, die jüngere Klimageschichte des Südpolarmeeres, die Glazialgeschichte des Kontinents und die Rolle der Antarktis in der Plattentektonik im Rahmen des Gondwanazerfalls. Kleinere biologische und ozeanographische Programme ergänzen diese interdiziplinäre Expedition, die nach einer abschließenden Beprobung vor den Kerguelen am 11. April in Kapstadt enden wird.
Der 5. und letzte Expeditionsbericht FS POLARSTERN
(Tafeleisberge hinter uns, Tafelberg voraus, 17. März bis Ostern 2007)
Die Zeit und die Kerguelen rufen, wir kehren der Antarktis das Achterschiff. Abfahrt aus einer erstarrenden Prydz-Bucht, Slalom durch den Garten der Tafeleisberge, produziert von einem Fünftel des antarktischen Schildes und festgefahren in den Untiefen vor der Bucht. Dazwischen bremst uns Resteis aus dem letzten Jahr, mit dicker Schneeauflage und Pinguingrüppchen. Die Adelies freuen sich über unsere Passage und springen raus aufs Eis und rein ins Wasser. Wir fahren raus in den offenen Ozean – ein 120-Meilen-Profil haben wir noch. 15 Lobster plumpsen ins Wasser, sinken auf 3500 Meter Tiefe, autonivellieren ihre kardanisch montierten Seismometer und lauern auf Schallwellen. Die Pulser holen tief Luft und die seismischen Wellen nehmen ihren Lauf.




















