Von freundlichen Computern und gut gelaunten Robotern
Ingenieure wollen den Geräten Gefühle einhauchen und so den Umgang mit ihnen erleichtern
Maschinen und Computer sollen menschenähnlicher werden, indem sie die Gefühle der Menschen erkennen und selbst emotional reagieren. Dann ließe es sich etwa mit dem PC plaudern wie mit einem Freund, Online-Verkaufsportale könnten übelgelaunte Kunden mit einem Schnäppchen aufheitern und Fahrkartenautomaten würden eilige Fahrgäste besonders schnell bedienen.
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Das Menü eines Fahrkartenautomaten gleicht manchmal einem Labyrinth. Einmal in den Unterpunkten verfangen findet der Fahrgast garantiert nicht mehr zu der Taste, die ihm die gewünschte Fahrkarte bescheren würde. Derweil fährt die Straßenbahn davon.
"Könnte man mit dem Automaten sprechen, und würde er dabei automatisch erkennen, ob man Hilfe braucht oder es eilig hat, wäre dem Reisenden sehr geholfen", meint Bernd Kleinjohann vom Heinz-Nixdorf-Institut der Universität Paderborn. Der Computer sollte das Gesicht und die Sprache des Fahrgastes erkennen und darauf wie ein Mensch reagieren, sprich: den Griesgram mit Humor freundlich stimmen, den Gestressten besonders zügig bedienen und dem Ratsuchenden ausführlich erklären, welche Reiserouten es gibt.
"Wir bringen Computer und Roboter dazu, sich auf den ersten Blick so zu verhalten wie ein Mensch. Der Trend geht zu emotionalen Maschinen", erklärt Kleinjohann. Der gefühlvolle PC soll eine menschenähnliche Kommunikation ermöglichen, bei der er dem Nutzer von den Lippen und aus dem Gesicht lesen und seinen Worten lauschen würde. Man könnte mit dem Computer plaudern wie mit einem Freund. "Das würde die Scheu mancher Menschen vor der Technik verringern und die Bedienfreundlichkeit erhöhen", glaubt Kleinjohann.
Der Informatiker hat im "C-LAB", einem Gemeinschaftsunternehmen von Siemens und der Universität Paderborn, einen einfühlsamen Roboters entwickelt. Auf den ersten Blick sieht der kahle Plastikkopf mit unzähligen Kabeln und Sensoren allerdings nicht besonders menschlich aus. Aber wer mit ihm spricht, wird bemerken, dass er ein emotionaler Geselle ist: Wird man am Anfang freundlich begrüßt, reagiert er bald gelangweilt, wenn er nicht bei Laune gehalten wird. Sogar verärgern kann man ihn.



















