Das geheime Leben der Erdkrustenmikroben
Im Gestein der oberen Erdschichten gibt es unerwartet vielfältiges Leben
Trotz widriger Bedingungen gibt es im Gestein der Erde eine unerwartete Vielfalt an Lebewesen. Diese Mikrobengemeinschaften existieren dort viele Millionen Jahre lang und ernähren sich von nichts als Wasserstoff und Sauerstoff, die bei der Spaltung von Wasser entstehen. Erst langsam kommen Wissenschaftler dahinter, wo diese ungewöhnlichen Lebensgemeinschaften überall gedeihen und unter welchen Bedingungen sie besonders gut wachsen.
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Es ist nicht gerade ein reich gedeckter Tisch, den die Natur in der Tiefe der südafrikanischen Mponeng-Goldmine, 2.700 Meter unter der Erdoberfläche, zu bieten hat. Dort in der Dunkelheit gibt es nichts als Wasser, Gestein und ein bisschen radioaktive Strahlung. Doch was für die meisten Lebewesen über kurz oder lang den Tod bedeuten würde, reicht einer ungewöhnlichen Lebensgemeinschaft von Mikroorganismen problemlos zum Leben: Seit zwanzig Millionen Jahren existiert das Kollektiv völlig abgeschnitten von Sonnenlicht und Luft der Außenwelt im sechzig Grad heißen salzigen Wasser in den Hohlräumen der Felsen.
Die winzigen Minenbewohner nutzen geschickt das wenige aus, was ihre Heimat ihnen bietet, berichtet das Magazin "bild der wissenschaft" in seiner Juni-Ausgabe: Sie ernähren sich von Wasserstoff, der durch die natürliche radioaktive Strahlung aus Wasser entsteht, und nutzen zum Atmen Sulfate, die sich aus dem Sauerstoff des Wassers und Schwefelsalzen im Gestein bilden. Natürlich hat diese genügsame Lebensweise auch ihren Preis, denn die Mikroben schaffen es nur alle vierzig bis dreihundert Jahre, sich einmal zu teilen.
Trotz dieser Einschränkungen sind die Minenmikroben mit ihrer Vorliebe für unterirdische Lebensräume nicht alleine. Immer klarer kristallisiert sich heraus, dass die obersten Kilometer der Erdkruste von Leben geradezu wimmeln, und mittlerweile glauben viele Forscher sogar, dass die Mehrheit aller bakterienartigen Mikroorganismen im Inneren der Erde, einer "tiefen Biosphäre", lebt. Zwischen zehn und dreißig Prozent der gesamten Biomasse macht nach Schätzungen allein der von ihnen gespeicherte Kohlenstoff aus.



















