Vielsagendes Nichts
Ein riesiges Loch im All könnte der erste Hinweis auf ein Paralleluniversum sein
Forscher haben auf einer Himmelskarte einen riesigen Bereich entdeckt, in dem es ungewöhnlich wenig Radiostrahlung gibt. Ihre Schlussfolgerung: Es muss sich um ein Loch im All handeln – eine Region, in der es keine Materie und nicht einmal die rätselhafte Dunkle Materie gibt. Wie das Loch entstehen konnte, können sie bisher noch nicht klar sagen. Es gibt jedoch eine aufsehenerregende Vermutung: Das Fehlen von Sternen könnte auf den Einfluss eines Paralleluniversums zurückgehen. Das Loch wäre damit die erste Spur, die auf die Existenz eines solchen fremden Universums hinweisen würde.
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Mitten im Sternbild Eridanus, südwestlich des Orions, ist nichts – und zwar ein Nichts mit einem Durchmesser von fast einer Milliarde Lichtjahren. Denn dort, glauben Astronomen verschiedenen Messungen entnehmen zu können, hat das Universum ein Loch: einen Bereich, acht Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt, in dem es keine Materie in Form von Galaxien, Sternen oder Staub gibt, kein Gas, ja noch nicht einmal die rätselhafte Dunkle Materie.
Sehen kann man die ungewöhnliche Leere mit bloßem Auge nicht. Doch sie hat indirekte Spuren hinterlassen, berichtet das Magazin "bild der wissenschaft" in seiner September-Ausgabe. Das stärkste Indiz entdeckte der US-Astronom Lawrence Rudnick in einer Himmelskarte des Very Large Arrays (VLA). Die 27 zusammengeschalteten Radioteleskope hatten 82 Prozent des Himmels bei einer Frequenz von 1,4 Gigahertz durchmustert und dabei 1,8 Millionen Objekte erfasst – hauptsächlich Galaxien und Quasare.
In einem ausgedehnten Bereich mitten im Sternbild Eridanus ist die Strahlung geringer als in der Umgebung, entdeckten Rudnick und seine Kollegen. Rechnet man das auf eine Temperatur um, ist der Bereich etwa 14 tausendstel Grad kälter als seine Nachbarschaft. Rudnicks Schlussfolgerung: Dieses Strahlungsdefizit muss auf einen enormen Leerraum in der Region zurückgehen. Zwar kennen Astronomen eine ganze Reihe leerer Bereiche, denn das Universum ähnelt, in großem Maßstab betrachtet, dem Seifenschaum in einer Badewanne – die Leerräume entsprechen den Blasen und die Galaxienhaufen bilden die Seifenhäute. Doch die meisten dieser Blasen sind zwischen 40 und maximal 400 Millionen Lichtjahre groß.



















