Schützt radioaktive Strahlung vor Krebs?
Vieles spricht dafür, dass die Antwort für kleine Strahlendosen "ja" lautet
Eines vorweg: Es besteht kein Zweifel daran, dass radioaktive Strahlung in mittleren und hohen Dosen krebserzeugend wirkt. Jedoch gibt es keine überzeugenden wissenschaftlichen Belege für die oft von manchen Politikern und sogar von Experten gebetsmühlenartig wiederholte Behauptung, für die Entstehung von Krebs gäbe es keinen unteren Grenzwert, jede noch so geringe Strahlung könne also – mit entsprechend geringer Wahrscheinlichkeit – Krebs erzeugen. Im Gegenteil deuten neuere Experimente und statistische Auswertungen darauf hin, dass Lebewesen auf geringe Strahlungsmengen genauso reagieren wie beispielsweise auf das Eindringen von Viren oder Bakterien in den Körper: Sie fahren die körpereigenen Schutzmechanismen hoch und sind für einen Zeitraum von einigen Stunden bis zu mehreren Monaten infolge der Anregung durch die kleine Strahlendosis besser vor Krebs geschützt als vorher.
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"Die gültigen Strahlenschutzvorschriften beruhen auf der Annahme, dass das Krebsrisiko proportional mit der Dosis ansteigt, und dass jede noch so kleine Dosis ein Krebsrisiko mit sich bringt", erläutert der Nuklearmediziner Ludwig Feinendegen, der vor seinem Ruhestand als Professor an der Universität Düsseldorf lehrte und das Institut für Medizin des Forschungszentrums Jülich leitete. Diese Proportionalitätsannahme stützt sich jedoch ausschließlich auf Untersuchungen an Tieren und Menschen, die hohen bis mittleren Strahlendosen ausgesetzt waren, wie beispielsweise die Überlebenden der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki. Der dabei ermittelte mathematische Zusammenhang wurde dann bei den Strahlenschutzvorschriften einfach auf niedrige Strahlendosen übertragen.
Während es an der Gültigkeit dieses Zusammenhangs bei mittleren und hohen Dosen keinen Zweifel gibt und deren Schädlichkeit unumstritten ist, mehren sich die Hinweise darauf, dass niedrige Dosen Schutzreaktionen im Körper auslösen, die Schäden an der DNA verhindern, reparieren oder gar beseitigen können. Die DNA ist die Trägerin des Erbgutes und befindet sich im Kern jeder Körperzelle.




















