Durchatmen dank Nanotechnologie
Winzige Partikel helfen bei der Behandlung von Lungenkrankheiten
Nanopartikel mit magnetischen Eigenschaften werden zunehmend in der Medizin eingesetzt, zum Beispiel als Kontrastmittel zur Erkennung von Tumoren oder als Träger medizinischer Wirkstoffe. Eine neue Anwendungsmöglichkeit könnten an Arzneistoffe gekoppelte Nanopartikel sein, die in Form eines Sprays in die Lunge gebracht werden. Dort könnten sie mit Hilfe eines starken Magnetfelds an die gewünschte Stelle dirigiert werden. In Zukunft könnten auf diese Weise Krankheiten wie Lungenkrebs oder Lungenentzündungen gezielter behandelt werden.
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Zuhause sind sie eigentlich in der Industrie, doch immer mehr erkennt auch die Medizin ihren Nutzen. Die Rede ist von winzigen Teilchen aus Eisenoxid – auch Nanopartikel genannt –, die auf äußere Magnetfelder reagieren. Die Idee dahinter: Die Winzlinge sollen mit medizinischen Wirkstoffen gekoppelt und dann durch ein äußeres Magnetfeld in eine gewünschte Region im Körper gelenkt werden. Schon jetzt werden solche Partikel zum Beispiel als Kontrastmittel verwendet, da sie sich in gesundem Gewebe stärker anreichern als in Tumorgewebe. Auch Methoden, bei denen Medikamente mit Hilfe magnetisierbarer Partikel über die Blutbahn dorthin gelangen, wo sie wirken sollen, werden zurzeit intensiv erforscht.
Doch das ist alles andere als trivial. Das Hauptproblem: Solche Partikel müssen sehr klein sein, um feine Äderchen nicht zu verstopfen. Das wiederum macht es nötig, die Stärke des Magnetfeldes zu erhöhen. Eine neue Form der magnetischen Nanotherapie könnte diesen Nachteil jedoch umgehen. Bei dieser Methode, die ein Team um den Biowissenschaftler Carsten Rudolph am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) zur Zeit erprobt, werden mehrere Tausend Nanopartikel zusammen mit einem medizinischen Wirkstoff in Aerosoltröpfchen eingelagert. Diese Tröpfchen können – ähnlich wie bei der Asthmabehandlung – in Form eines Sprays inhaliert werden, verteilen sich in der Lunge und sollen anschließend durch ein starkes Magnetfeld gezielt in erkrankte Regionen gelenkt werden.


















