Leseraktion: Ihre Rabenerlebnisse
Im Rahmen der bdw-Geschichte "Die Tricks der schlauen Raben" hatten wir Sie aufgerufen, uns Ihre Erinnerungen an Lustiges und Interessantes mit Raben, Krähen, Elstern und Dohlen zu schicken. Hier jetzt eine Auswahl aus den vielen spannenden Zuschriften - vielen Dank!
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Hartmut Köhn aus Hannover schreibt:
Sie werden es nicht glauben!
Am 21.09.2008 liege ich morgens in meinem Hotelzimmer in Kassel und lese den Beitrag über die Tricks der schlauen Raben. Plötzlich pickt etwas Schwarzes an mein Fenster. Ich traue meinen Augen nicht, wie kommt der Rabe aus "bild der wissenschaft" an mein Hotelfenster?
Ich trete zum Fenster und klopfe an die Scheibe, der Vogel wird unruhig und begehrt Einlass. Vorsichtig öffne ich das Fenster einen Spalt, der Rabe stellt ein Bein in den Rahmen. Alles andere können Sie aus den beigefügten Bildern entnehmen.

Da ich nichts zum Füttern hatte, entfernte er sich wieder.
Später finde ich ein Schreiben der Hotelleitung auf meinem Nachttisch.
"Sehr geehrte Gäste,
wir möchten Sie freundlichst darum bitten, Ihre Fenster im Zimmer geschlossen oder auf Kipp zu halten, da sich in der Nachbarschaft ein Rabe einquartiert hat, der Rabe ist auf Menschen bezogen und scheut sich auch nicht, ins Zimmer zu kommen.
Desweiteren möchten wir Sie bitten, den Raben nicht zu füttern. Leider sieht das Ordnungsamt noch keinen Handlungsbedarf, den Vogel einfangen zu lassen.
Vielen Dank für Ihr Verständnis.
Herzliche Grüße
..."
Soviel zu den schlauen Vögeln.
Mathis Kühn aus Heidelberg schreibt:
Ich würd' gern loswerden, was ich vor Jahren direkt vor dem Eingang der Heidelberger Kopfklinik beobachten durfte:
Eine – fast schon handzahm zu nennende – Aas- beziehungsweise Rabenkrähe grübelte dort über eine Eichel nach. Dann nahm sie sich der 'harten Nuss' an, und trug sie (trotz des nahen Besucherstromes) über den Gehweg, hin zu einem ihr offensichtlich gut bekannten Gully. Dieser praktische Gullydeckel nämlich hatte am Rand ein paar Rillen, unter denen noch fester Boden war – das alles verschluckende Sickerloch fand sich erst in der Mitte des Deckels. Also ideal, um in der Randrille irgendetwas von der Größenordnung Eichel/Walnuss/Kastanie festzuklemmen und zu bearbeiten. Quasi ein Krähen-Schraubstock (klingt erst mal langweilig, aber das Interessante kommt noch).
Das routinierte Tier platzierte die Eichel in der Rille – aber siehe da, die Nussfrucht schien für den Geschmack dieser Corvus corone etwas zu schmal, um sie zwischen den Eisenstäben komfortabel zu beackern; nicht, dass das Ding schon beim nächsten Zuhacken weg- und der Krähenschnabel dabei abrutschen könnte! Die Eichel wurde also wieder rausgeholt und beiseite gelegt. Dann schritt das Tier mit stoischer Gelassenheit zur angrenzenden Rasenfläche, sammelte ein paar welke Herbstblätter ein und kehrte damit zurück. Das Material wurde fachgerecht in die Rille gestopft, und zum Schluss kam die Eichel dazwischen. Endlich saß der ganze Kladderadatsch rutschfest genug, und das raffinierte Federvieh konnte sich ganz dem Öffnen der zähen Herbstfrucht widmen.

















