Leben mit Multipler Sklerose
Meist verläuft die Krankheit weniger aggressiv als befürchtet
Eine Multiple Sklerose kann sich zu Beginn in den unterschiedlichsten Symptomen äußern. Deswegen ist ihre Diagnose schwierig. Mittlerweile sorgen verbesserte Techniken und Methode jedoch dafür, dass Betroffene schneller Klarheit erhalten. Nur dann können sie mit einer speziell auf sie zugeschnittenen Therapie beginnen – und trotz der Krankheit ihre Lebensqualität langfristig erhalten.
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Manchmal ist es ein merkwürdiges Gefühl in den Beinen, extreme Müdigkeit oder eine Sehstörung. Manchmal können es aber auch Probleme bei der Darmentleerung oder Unsicherheiten beim Gehen und Stehen sein. Erst mal kein Grund zur Sorge – trotzdem kann es sinnvoll sein, einen Neurologen zu aufzusuchen: Alle diese Symptome können erste Anzeichen für eine Multiple Sklerose sein, kurz MS genannt. Bei dieser chronischen Entzündung greift das eigene Immunsystem die isolierenden Hüllen der Nervenzellen und deren Kabel im Gehirn und Rückenmark an und schädigt sie.
Eine klare Diagnose ist allerdings nicht ganz einfach, denn die meisten Symptome können auch bei anderen Krankheiten auftreten. Nach einer ausführlichen Besprechung der Krankheitsgeschichte wird der Arzt daher eine neurologische Untersuchung durchführen, um zu testen, wie stark welche Nervenfunktion beeinträchtigt ist. Dazu gehören auch Aufmerksamkeits- und Gedächtnistests. "Hier fällt manchen Patienten auf, dass es auch schon früher Anzeichen für die Erkrankung geben hat. Sie wurden jedoch häufig nicht ernst genommen, weil die Beschwerden nicht stark genug waren oder bald von alleine wieder verschwanden", erklärt Hans-Peter Hartung, Direktor der Neurologischen Klinik an der Heinrich-Heine Universität in Düsseldorf und stellvertretender Vorsitzender des Ärztlichen Beirats der Deutschen Multiple-Sklerose-Gesellschaft.
Ergänzt werden können diese Tests etwa durch eine Untersuchung der Rückenmarksflüssigkeit – zum einen, um nach Entzündungsmarkern zu suchen und zum anderen, um Infekte oder andere Erkrankungen als Ursache der Störungen auszuschließen. Auch eine magnetresonanztomographische Aufnahme hält Hartung für notwendig: "Hier können sowohl aktuelle Entzündungsherde als auch vernarbte Stellen von abgeklungenen Entzündungen im Gehirn erkannt werden, auch wenn sich keine Krankheitssymptome finden", erläutert er.


















