Kontroverse um Radarstrahlung
Schwache Radarstrahlung verändert den Zustand des Erbguts in menschlichen Zellen – ob dies zu dauerhaften Gesundheitsschäden führen kann, ist jedoch ungeklärt
Ob von elektromagnetischer Strahlung, die die derzeit gültigen Grenzwerte einhält, eine Gesundheitsgefahr ausgeht, ist heftig umstritten. Eindeutige wissenschaftliche Belege gibt es dafür nicht. Ein ukrainisches Forscherteam von der Universität Kharkiv hat jetzt jedoch in einem Laborexperiment gefunden, dass schwache Radarstrahlung die Aktivität des Erbguts in isolierten menschlichen Zellen vermindert. Es ist möglich, dass dadurch das Krebsrisiko steigt, da das Erbgut im Zustand verminderter Aktivität anfälliger für Mutationen ist.
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Der Öffentlichkeit werden von manchen Medien in regelmäßigen Abständen Horrormeldungen über Gesundheitsgefährdungen präsentiert, die vermeintlich von den verschiedensten Nutzungsformen elektromagnetischer Strahlung verursacht werden. Dies betrifft unter anderem Hochspannungsleitungen, Radarstrahlung, Mikrowellenherde, Mobilfunksendeanlagen oder die Handys selbst. Doch keine der diesen Meldungen zugrundeliegenden Studien konnte bisher einer strengen wissenschaftlichen Prüfung standhalten. Entweder konnten die Ergebnisse in Folgeuntersuchungen nicht reproduziert werden oder die jeweilige statistische Stichprobenauswahl war zu gering.
Im Klartext bedeutet das zweierlei: Erstens, es gibt keinen wissenschaftlichen Beleg für die Gefährlichkeit jedweder elektromagnetischer Strahlung, wenn die jeweils gültigen Grenzwerte eingehalten werden. Zweitens, es gibt genauso wenig einen Beweis dafür, dass diese Strahlung ungefährlich ist. Aus der Vielzahl der bisher durchgeführten Untersuchungen kann man bisher lediglich schließen, dass das Gefährdungspotenzial nicht sehr hoch ist. Doch bereits in dieser Formulierung wird das Dilemma der gesamten Thematik deutlich: "Nicht sehr hoch" kann statistisch bedeuten, dass die Strahlung bei vielen Menschen gelegentliche, harmlose Befindlichkeitsstörungen verursacht. Es kann aber im anderen Extrem auch bedeuten, dass die jeweilige Strahlung für die meisten Menschen überhaupt keine Folgen hat, aber einige wenige Menschen tödlich erkranken.



















