Urtiere in neuem Licht
Bei den Dinosauriern ging es vermutlich bunter zu und her als bei heutigen Reptilien.
Dinosaurier waren wahrscheinlich bunter als bisher gedacht. Viele Dinosaurier hatten Federn und waren nicht zwangsläufig grün-braun. Anhand der Nanooberfläche von Federn können Forscher die Farben rekonstruieren.
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Darstellungen des Tyrannosaurus rex und seiner Zeitgenossen sind meist in braunen, grünen oder grauen Tarnfarben gehalten. Gesichert ist aber sehr wenig über die Farbenpracht der Dinos. Skelette, aus denen sich ja lediglich der Körperbau rekonstruieren lässt, sind schon seltene Fundstücke, und ein erhaltenes Stück Haut, aus dem sich auch noch eine Farbe ableiten ließe, ist eine Rarität, die bisher nur wenige Forscher zu Gesicht bekamen. Urzeitliche Gewebereste wurden zwar schon ausgegraben, aber ihre Zahl ist für eine endgültige Aussage viel zu klein, zumal es viele verschiedene Arten gab und sich in den letzten Jahren herausstellte, dass offenbar mehr Dinos Federn hatten als zuvor angenommen. Doch wie sahen die lebenden Dinosaurier wirklich aus?
Eine wichtige Informationsquelle für Forscher ist die Umwelt, in der die Dinosaurier lebten. Die meisten Tiere versuchen, in ihrer Umgebung zu verschwinden. Dies gilt für Beutetiere genauso wie für Räuber. Die einen schleichen sich an und die anderen versuchen, zu entkommen, aber für beide gilt: Je weniger von ihnen zu sehen ist, desto besser. So kann von der Umgebung auf ihre Bewohner geschlossen werden. Im Wasser lebende Tiere – wozu auch einige Dinos gehörten – sind zum Beispiel auf ihrer Unterseite oft hell gefärbt, um das einfallende Sonnenlicht nachzuahmen. Dieser Erklärungsansatz bestimmt denn bisher auch, welche Farben bei Nachbildungen von Dinosauriern in heutigen Museen und Filmen verwendet werden.
Die grün-grauen Urechsen haben so aber vielleicht gar nicht existiert. "Die heutige Vorstellung der Farben von Dinosauriern beruht eigentlich auf einer etwas veralteten Annahme, nämlich der, dass Echsen die nächsten lebenden Verwandten der Dinos sind", meint Rainer Schoch, Paläontologe und im Stuttgarter Museum für Naturkunde zuständig für die Dinosaurierausstellung. Veraltet deshalb, weil die direkten Nachfahren der Dinosaurier nach neueren Erkenntnissen nicht kaltblütige nackte Reptilien sind, sondern Vögel – Warmblüter mit Federkleid.


















