Geheimnisvoller Sternenstaub
Meteoriten tragen die Reste längst vergangener ferner Sterne auf die Erde
Der kleine Brocken sieht aus wie ein Stück Schotter vom Bahndamm, nicht gerade wie eine wissenschaftliche Sensation. Doch der kartoffelgroße schwarze Stein hat eine uralte Geschichte: Sie reicht sogar weiter zurück als zur Entstehungszeit unseres Sonnensystems. Dieses bildete sich vor 4,56 Milliarden Jahren aus einer Ansammlung von Staubpartikeln. Der Staub selbst hatte damals schon eine Millionen Jahre lange Reise hinter sich, setzt er sich doch aus den Überresten explodierter und zerfallener Sterne zusammen. Forscher des Max-Planck-Instituts (MPI) für Chemie in Mainz können heute dank ausgefeilter Messtechnik viele Details seiner Geschichte rekonstruieren.
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Das jüngste Datum dieser Geschichte ist am einfachsten zu benennen: Am 28. September 1969 fiel in der Nähe der australischen Stadt Murchison ein über 100 Kilogramm schwerer Meteorit vom Himmel. Der Mainzer Gesteinsbrocken ist einer der Bruchstücke dieses sogenannten Murchison-Meteoriten. Für die Forschung hat sich der Meteorit als wahrer Schatz erwiesen, berichtet der Astronom und Wissenschaftsjournalist Thomas Bührke in einem Artikel im Dezemberheft des Wissenschaftsmagazins "bild der wissenschaft".
"Er enthält winzige mineralische Körnchen, die nachweislich in der Umgebung von alternden und explodierenden Sternen entstanden sind", erläutern Ulrich Ott und Peter Hoppe vom Mainzer MPI in "bild der wissenschaft". Nach dem Ende dieser Sterne sind die Körnchen durch die Milchstraße gereist und wurden Teil des solaren Urnebels, aus dem sich schließlich die Sonne, die Erde und alle anderen Himmelskörper unseres Sonnensystems bildeten.
Lange hatten Wissenschaftler vermutet, dieser Urnebel hätte aus einer homogenen Mischung von Staubpartikeln bestanden. Doch in den 1960er-Jahren zeigte die Analyse eines Meteoriten, dass in ihm das Edelgas Xenon in einer ganz anderen Isotopenzusammensetzung vorhanden war als bei anderen bekannten Funden. In einem weiteren Meteoriten entdeckten Wissenschaftler ungewöhnlich große Mengen des Isotops Neon-22. Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass der physikalisch-chemische Fingerabdruck der Sterne, von denen das Material im solaren Nebel ursprünglich stammte, bis heute in den einzelnen Partikeln zu lesen ist.



















