Exotische Planeten
Weltraumforscher entdecken immer mehr Himmelskörper mit ungewöhnlichen Eigenschaften
Auf der Suche nach einer möglichen zweiten Erde spüren Astronomen dank immer besserer Weltraumteleskope ständig neue Planeten außerhalb unseres Sonnensystems auf: 450 solcher so genannten Exoplaneten wurden bereits entdeckt, und seit 1995 ist das Wissen über fremde Planeten förmlich explodiert. Das ultimative Ziel der Exoplanetenforschung bleibe jedoch die Antwort auf die alte Frage: "Sind wir allein?", erklärt die Astronomie-Professorin Sarah Seager vom Massachusetts Institute of Technology (MIT). Seit Mitte der 1990er Jahre beschäftigt sich die Wissenschaftlerin mit extrasolaren Planeten und gilt heute als Pionierin auf diesem Gebiet.
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"COROT" und "Kepler" sind aktuell die Stars unter den Weltraumteleskopen. Seit Ende 2006 ist COROT für die französische Raumfahrtbehörde CNES unterwegs, um neue Planeten in den Tiefen des Universums zu finden. Die amerikanische Weltraumbehörde Nasa hat Kepler im März 2009 ins All geschossen. Beide haben Zehntausende sonnenähnlicher Sterne im Visier und suchen nach periodischen Helligkeitsschwankungen, die auf Planeten schließen lassen.
Immer deutlicher wird: Die Mannigfaltigkeit der Erscheinungsformen von Exoplaneten ist noch viel fantastischer als in den kühnsten Science-Fiction-Szenarien. Um die Nachbarsterne unserer Sonne kreisen die eigentümlichsten Exoten. Ob aufgeplusterte Gasbälle mit extrem geringer Dichte, von Lava bedeckte Super-Erden mit Wolken aus verdampftem Gestein oder reine Wasserwelten: "Bei Exoplaneten scheint alles möglich zu sein, was die Gesetze der Chemie und Physik erlauben", spekuliert Seager in einem Bericht in der Juli-Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "bild der wissenschaft".
War es früher höchstens möglich, Masse und Umlaufbahn eines Planeten zu ermitteln, können Astronomen heute bei einigen auch den Durchmesser bestimmen, die Dichte ausrechnen und Rückschlüsse auf die innere Zusammensetzung ziehen. Inzwischen ist sogar gelungen, was noch vor zehn Jahren als unmöglich galt: Forscher haben Licht von mehreren Dutzend Heißer Jupiter – also auf 1.000 bis 2.000 Grad Celsius aufgeheizte Gasriesen, die ihre Sonnen in äußerst geringem Abstand umkreisen – und von einigen weiter entfernten Planeten aufgefangen.



















