Eine kleine Fliege bringt Biologie und Medizin voran
Labor-Reportage zum Nobelpreis für Medizin: Forschung an der Taufliege Drosophila melanogaster
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Schwedens König Carl XVI. Gustaf hat am 10. Dezember die Nobelpreise 2011 überreicht. Die Auszeichnung für Physiologie oder Medizin ging an die Immunologen Bruce Beutler (USA), Jules Hoffmann (Frankreich) und Ralph Steinman (Kanada). Die Preisträger haben viele Entdeckungen den Untersuchungen an einem winzigen Insekt zu verdanken: der Tau-Fliege (Drosophila melanogaster). Martin Vieweg berichtet aus den Laboren der Universität Hohenheim, wie die Forschung an diesem kuriosen Versuchstier abläuft.
"Das sind doch nur lästige, nutzlose Viecher" - das denken viele Menschen über die kleinen Fliegen, die im Sommer in der Biotonne wimmeln, sich in Weingläser stürzen oder zielsicher auf dem frisch zubereiteten Obstsalat landen: Drosophila melanogaster, die schwarzbäuchige Taufliege. Doch kaum jemand weiß, dass in diesem unscheinbaren Insekt fundamentale Geheimnisse der Entwicklungsbiologie und Genetik des Menschen schlummern. Auch Deutschland darf sich mit einer Nobelpreisträgerin auf diesem Gebiet schmücken: Die Tübinger Entwicklungsbiologin Christiane Nüsslein-Volhard bekam 1995 den Physiologie/Medizin Nobelpreis für ihre bahnbrechenden Forschungsergebnisse an dem Versuchstier Drosophila.
Aber was haben diese stecknadelkopfgroßen Insekten eigentlich mit dem Menschen zu tun? Diese Frage wird Anette Preiss, Leiterin des Instituts für Genetik der Universität Hohenheim, oft gestellt. Die Antwort ist erstaunlich, aber einleuchtend: „Egal, ob winzige Fliege, riesiger Blauwal oder Mensch - viele Gene und Abläufe sind prinzipiell bei allen Arten gleich. So lassen sich Erkenntnisse, die wir an Drosophila gewinnen, im Wesentlichen auch auf den Menschen übertragen.“



















