Flugverbot nach dem 11. September sorgte für wärmere Tage in den USA
In den drei Tagen nach den Anschlägen vom 11. September waren in den USA die Tage messbar wärmer und die Nächte kälter. Der Grund: Es gab keine Kondensstreifen am Himmel, da jeglicher zivile Flugverkehr über den USA verboten war. Das berichtet der amerikanische Meteorologe David J. Travis diese Woche auf einem Kongress der Amerikanischen Meteorologischen Gesellschaft in Portland.
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Die Kondensstreifen, die sich häufig in feine Schleierwolken verwandeln, schirmen einen Teil der Wärmestrahlung der Erde ab und bremsen daher in ansonsten klaren Nächten die Abkühlung der Erdoberfläche. Bei Tag halten sie jedoch auch einen Teil der von der Sonne kommenden Strahlung ab.
Im Zusammenspiel beider Effekte wirke sich der Flugverkehr überraschend deutlich auf das Wettergeschehen aus, schließen Travis und seine Kollegen aus ihrer Analyse von Wetterdaten aus 4.000 amerikanischen Stationen: Die Differenz zwischen Tag- und Nachttemperaturen stieg an den drei Tagen nach den Anschlägen um rund ein Grad Celsius an. Das sei besonders auf höhere Temperaturen am Tage zurückzuführen, so Travis. Vor und nach dieser Zeit ohne Flugverkehr verzeichneten die Meteorologen dagegen völlig normale Werte.
Kondensstreifen bilden sich am Himmel, wenn der Wasserdampf der Luft an den von den Düsentriebwerken ausgestoßenen feinen Rußpartikeln kondensiert. Die Luft in dieser ansonsten extrem staubarmen Luft in diesen großen Höhen ist zwar feucht, der Wasserdampf kann sich jedoch mangels so genannten Kondensationskeime nirgends niederschlagen.
ddp/bdw - Ulrich Dewald


















