Leberzellen aus dem Knochenmark
US-Forscher haben es erstmals geschafft, Stammzellen aus dem Knochenmark Erwachsener in Leberzellen umzuwandeln. Dies berichtet die renommierte Fachzeitschrift Journal of Clinical Investigation in ihrer aktuellen Ausgabe. Die Entdeckung könnte zu neuen Therapieansätzen für Leberkranke sowie zur Weiterentwicklung der künstlichen Leber beitragen.
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Catherine Verfaille und ihr Team vom Stem Cell Institute der Universität von Minnesota experimentierten mit adulten Stammzellen aus dem Knochenmark von Menschen, Mäusen und Ratten. Die Forscher fanden einen Weg, sogenannte multipotente adulte Vorläuferzellen (MAPCs) in eine Art Leberzellen umzuwandeln. Hierzu stimulierten sie die MAPCs in Zellkultur mit zwei Wachstumsfaktoren.
Nach ungefähr 25 Tagen waren die MAPCs zu stabilen Zellen ausdifferenziert, die alle wichtigen Eigenschaften von Hepatocyten besaßen. So schütteten die Zellen unter anderem Albumin und Harnstoff aus, nahmen LDL-Cholesterin auf und produzierten Cytochrom P450, das wichtigste Entgiftungsenzym der Leber. Außerdem glich ihr Aussehen, gefärbt und ungefärbt, dem typischer Hepatocyten.
Das zukünftige Anwendungsspektrum der Leberzellen aus der Retorte ist gewaltig: neue Therapien für Lebergeschädigte und –kranke sowie künstliche Lebern. Letztere könnten – ähnlich wie Dialysegeräte – Patienten mit akutem Leberversagen bis zur rettenden Transplantation am Leben erhalten. Außerdem könnten die menschlichen Leberzellen Schweineleberzellen in der medizinischen Forschung ersetzen. Damit ließe sich schon vor einer klinischen Studie erforschen, wie neue Medikamente auf menschliche Leberzellen wirken.
Markus Batscheider

















