Warum das Herz links und die Leber rechts sitzt
Winzige Härchen an Embryo erzeugen Strömung, nach der sich Organe anordnen
Auf welcher Körperseite sich Organe, wie Herz und Leber bilden, bestimmt bei Mäusen eine Strömung im Inneren der Embryos. Winzige Härchen in der Mitte des Embryos, so genannte Cilien, rotieren im Uhrzeigersinn und erzeugen so einen von rechts nach links gerichteten Fluss. Japanische Wissenschaftler fanden nun heraus, dass durch eine Umkehr der Strömungsrichtung auch die Organe seitenverkehrt wachsen. Über ihre Ergebnisse berichten sie in Nature (Bd. 418, S. 96).
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Die Forscher hatten eine Woche alte Mäuseembryos einem starken äußeren Fluss ausgesetzt, der die Strömung in den Embryonen überlagerte. Die Organe dieser Embryos ordneten sich entsprechend dem äußeren Fluss an – auch, wenn dieser dem inneren entgegen gesetzt war. In genmanipulierten Mäuseembryonen ohne funktionsstüchtige Cilien prägte die äußere Strömung ebenfalls die Rechts-Links-Orientierung der Organe. Ohne Strömung bilden sich die Organe sonst zufällig rechts oder links.
Ungeklärt ist, was die Härchen antreibt, sich kreisförmig zu bewegen. Offen ist auch, ob sie damit chemische Botenstoffe auf einer Seite anreichern, die die Organbildung auslösen.
Auch im Menschen beeinflussen die Cilien möglicherweise die Seitenfestlegung der Organe. Personen mit defekten Flimmerhärchen, dem so genannten Kartagener Syndrom, haben in fünfzig Prozent aller Fälle auch eine spiegelbildliche Organanordnung.
Barbara Witthuhn

















