Kometen zerfallen nicht nur in Sonnennähe
Auseinanderbrechen folgt geordnetem Muster und gehört zur Lebensgeschichte eines Schweifsterns
Kometen brechen nicht nur in der Nähe der Sonne auseinander, sondern auch weit entfernt vom Zentralgestirn. Das zeigt die Beobachtung ganzer Schwärme von Kleinkometen, die in die Sonne stürzen, berichtet der Forscher Zdenek Sekanina vom Jet Propulsion Laboratory der Nasa im Astrophysical Journal (Ausgabe vom 10. September).
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Manche dieser Fragmente sind nur zehn Meter groß, sagt Sekanina. "Wenn sie schon einmal in die Nähe der Sonne gekommen wären, hätten sie sich bereits dabei aufgelöst." Der Forscher schließt daraus, dass Schwärme dieser so genannten Sungrazer vorher zu einem größeren Mutterkörper gehörten, der nach seinem letzten Besuch im inneren Sonnensystem zerbrach und auf der Reise weiter zersplitterte.
Damit stellt Sekanina die gängige Theorie in Frage, dass die aus Eis und Staub lose zusammengepappten Kometen nur in der Nähe der Sonne und ihrer gewaltigen Anziehungskraft zerfallen. "Den Astronomen ist bislang nicht klar gewesen, dass das Auseinanderbrechen einem geordneten Muster folgt und zur Lebensgeschichte eines Schweifsterns dazugehört", sagt der Forscher.
Die Beobachtung der "Sonnenstreifer" wurde durch das Sonnenobservatorium "Soho" wesentlich erleichtert. In den sieben Jahren, seit es in Betrieb ist, hat Soho über 400 Zusammenstöße von Kometen mit der Sonne beobachtet.
Sekanina weist zudem auf neue Beobachtungen vom Auseinanderfallen eines Kometen hin, die seine Theorie bestätigen. Vom Kometen "57P/du Toit-Neujmin-Delporte" lösten sich jenseits der Marsbahn mehrere Teile ab.
Ute Kehse

















