Zufälliges Fingerwackeln hilft beim Balancieren eines Stocks
Einen Stock auf einer Fingerspitze zu balancieren, erfordert eine gewisse Übung. Um dieses Kunststück zu vollbringen, lässt das Nervensystem den Finger zufällig die Stellung verändern, fanden die Wissenschaftler um John Milton und J. Cabrera von der University of Chicago heraus.
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Die Forscher berichten in einer kommenden Ausgabe der Fachzeitschrift Physical Review Letters, dass damit die langsame Reaktionszeit des Menschen ausgeglichen wird. Dieses Problem ergibt sich, wenn der Stock zu kurz ist. Dann kippt er schneller um, als der Mensch reagieren kann.
Doch selbst wenn die Reaktionszeit eigentlich zu langsam ist, wird das Nervensystem während 98 Prozent der Zeit mit dem Balanceakt fertig, ermittelten die Forscher. Die zufälligen Fingerbewegungen helfen dabei, den Stock zu stabilisieren.
Den Trick, zufällige Bewegungen zu nutzen, um einen instabilen Zustand beständiger zu machen, wird in der Technik bereits genutzt, etwa bei Hochleistungs-Flugzeugen. Überraschend an dem Ergebnis der beiden Forscher ist, dass das menschliche Nervensystem diese Praxis ebenfalls beherrscht. Wie die Forscher schreiben, können ihre Ergebnisse genutzt werden, um Häuser vor Erdbebenschäden zu schützen oder um zweibeinigen Robotern das Laufen beizubringen.
Ute Kehse

















