Pazifik-Seeschlange mit "Heimweh"
Umgesiedelte Tiere schwimmen drei Kilometer, um zu ihrer Heimatinsel zurückzukehren
Eine im Pazifischen Ozean heimische Seeschlange bleibt ihrer Heimatinsel absolut treu. Diese Heimatliebe könnte sämtlichen Versuchen, die Tiere an Inseln anzusiedeln, auf denen sie schon ausgestorben sind, im Weg stehen. Das berichten Biologen aus Australien und Singapur in der Fachzeitschrift "Conservation Biology" (Oktober-Ausgabe).
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Die Forscher um Richard Shine von der Universität Sydney untersuchten die Heimattreue von zwei Schlangenbeständen auf zwei kleinen Fidschiinseln, die etwa drei Kilometer auseinander liegen. Dazu fingen die Biologen mehr als 300 Exemplare auf der Insel Toberua, markierten sie und versetzen sie auf die Nachbarinsel Mabualau.
Innerhalb eines Monats waren sämtliche Tiere wieder auf ihre Heimatinsel zurückgekehrt, fanden die Forscher. Von fast 700 Schlangen, die sie auf Mabualau gefangen, gekennzeichnet und wieder ausgesetzt hatten, war dagegen keine einzige zu der Nachbarinsel geschwommen. Die beiden Populationen leben absolut getrennt voneinander, schließen die Forscher aus diesen Beobachtungen.
Der Nattern Plattschwanz (Laticauda colubrina) ist eine giftige Seeschlange, die im Meer nach Muränen und Aalen jagt. Um ihre Beute zu verspeisen, Partner zu finden und Nachwuchs zu bekommen, kehren die Tiere jedoch an Land zurück. Die Schlangen sind wegen ihres Fleisches und ihrer Haut sehr beliebt und werden in großen Zahlen gefangen. Das ist sehr einfach, da Nattern-Plattschwänze in großen Konzentrationen leben und überaus gutmütig sind. Obwohl sie giftig sind, beißen sie selten und flüchten auch nicht vor Angreifern.
ddp/bdw - Cornelia Pfaff

















