Dunkle Energie spielte Rolle für die Entstehung von Leben
Forscher: Leben im Universum entstand nur zu ganz bestimmter Zeit
Obwohl sich unser Sonnensystem nicht wie vor Hunderten von Jahren vermutet im Zentrum des Universums befindet, könnte es doch eine charakteristische Stellung im Universum einnehmen. Einer neuen Theorie von Astrophysikern zu Folge kann sich Leben nämlich nur in Sonnensystemen entwickelt, die zu einer ähnlichen Zeit wie unseres entstanden sind. Die Forscher erklären diese kontroverse These mit der Änderung der Größe der Dunklen Energie im Laufe der Entwicklung des Universums. Darüber berichtet der Online-Nachrichtendienst des Fachmagazins Nature.
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Jaume Garriga von der Universität von Barcelona und Alexander Vilenkin von der Tufts Universität in Medford im US-Bundesstaat Massachusetts wollen mit ihrer These ein neues Licht auf die Entstehung von Leben in entfernten Galaxien werfen. Die Forscher glauben, dass sich Leben nur in Galaxien entwickeln konnte, die mehr oder weniger zur gleichen Zeit wie das unsere im Universum entstanden sind. Neuere, vor relativ kurzer Zeit entstandene Galaxien sind demzufolge zu klein, um für die Entstehung von Planeten wichtige Elemente wie Silizium und Eisen mittels ihrer Gravitation zusammenballen zu können.
In kleinen Galaxien wäre zudem die Wahrscheinlichkeit, dass ein neugebildeter Planet mit einem Stern zusammenstoßen könnte, größer als in Galaxien, die zur Zeit unseres Sonnensystems entstanden sind. Dass neugebildete Galaxien relativ klein sind, könnte sich in eleganter Weise mit der Dunklen Energie erklären lassen. Diese merkwürdige, erstmals von Albert Einstein in Form der kosmologischen Konstante eingeführte Kraft taucht in den Gleichungen der Allgemeinen Relativitätstheorie auf und wirkt der Gravitationskraft entgegen. Neuere Beobachtungen ferner Sternenexplosionen haben zudem ergeben, dass sich unser Universum immer schneller ausdehnt. Dies lässt darauf schließen, dass die Bedeutung der Dunklen Energie im Laufe der Entwicklung des Universums zunimmt.
Garriga und Vilenkin glauben daher, dass sich für intelligentes Leben geeignete Galaxien nur zu einer ganz bestimmten Zeit im Universum entwickeln konnten – nämlich zu der Zeit, als die Dunkle Energie über alle anderen Formen von Energie zu dominieren begann. Dies ist umso interessanter, da noch nicht einmal ein Konsens unter Astrophysikern existiert, woraus die Dunkle Energie überhaupt besteht.
Ausführliche Hintergrundinformationen zu diesem Thema finden Sie in der Heft-Ausgabe von bild der wissenschaft: 07/2001 "Die mysteriöse Dunkle Energie".
Stefan Maier

















