Abgereichertes Uran in Waffen belastet Nieren und Lungen der Soldaten
Abgereichertes Uran in panzerknackenden Waffen kann beim Einsatz Nieren und Lungen von Soldaten schädigen. Zu diesem Schluss kommt die Königliche Gesellschaft in London im zweiten Teil ihres Berichts zu abgereichertem Uran, den sie am Dienstag veröffentlichte. Die Uran gehärteten Geschosse gerieten vor rund einem Jahr in die Kritik, als sie mit Blutkrebserkrankungen von Soldaten im Balkankrieg in Verbindung gebracht wurden.
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Die Forscher um Brian Spratt vom Imperial College in London hatten die bislang verfügbaren Forschungsarbeiten zu dem Thema analysiert. Sie fanden, dass zwar keine Strahlengefahren und nur ein äußerst geringes Krebsrisiko von der Munition ausgehe. Indes würden Stäube eingeschlagener Uran-Geschosse die inneren Organe der Soldaten belasten. Damit widersprechen die Forscher einer Untersuchung vom Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit in München, die im Auftrag der Bundeswehr die möglichen Gefahren untersucht und der Munition Unbedenklichkeit attestiert hatte.
Die Forscher empfehlen, betroffene Soldaten medizinisch zu überwachen. Entsprechende Test müssten allerdings erst noch entwickelt werden oder sind noch nicht verfügbar. So kommt wahrscheinlich erst Ende des Jahres ein Urintest auf den Markt, der die tatsächliche Belastung der Soldaten bestimmen kann.
Nicht einschätzbar sind nach Meinung der Forscher die Langzeitfolgen für die betroffenen Regionen. So dürften etwa in der Golfregion noch etwa 250 Tonnen dieser Munition im Boden liegen. Vor allem Kinder, die in diesen Regionen spielen, seien gefährdet. Die korrodierenden Waffen dürften das abgereicherte Uran zudem an den Boden abgeben, wo es von Pflanzen aufgenommen wird. Dadurch könnte das Schwermetall schließlich in den Nahrungskreislauf des Menschen gelangen.
Lesen Sie den Bericht der Royal Society zu den gesundheitlichen Risiken von abgereichertem Uran.
ddp/bdw - Marcel Falk

















