Spritzen helfen nur kurzfristig gegen Tennisarm
Ein "Tennisarm" wird kurzfristig am besten mit Spritzen behandelt, langfristig sind jedoch Übungen beim Physiotherapeuten am wirkungsvollsten. Zu diesem Schluss kommen Forscher der Vrije-Universität Amsterdam nach einer Studie an 185 Patienten, über die sie im Fachmagazin "The Lancet" (Ausg. vom 23. Februar) berichten.
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Die Mediziner um Nynke Smidt hatten die Patienten entweder nur mit Spritzen cortisonähnlicher Substanzen, Corticoiden, oder physiotherapeutisch behandelt. Eine dritte Gruppe hatte sich zwar zu schonen, erhielt jedoch ansonsten keine medizinischen Anwendungen – eine häufig empfohlene Strategie.
Nach sechs Wochen hatte sich der Zustand bei 92 Prozent der Patienten gebessert, die Spritzen bekamen. Bei den mit Krankengymnastik behandelten Patienten lag die Erfolgsquote mit 47 Prozent deutlich geringer. Am geringsten war sie bei der dritten Gruppe, bei der 32 Prozent eine Besserung verzeichneten.
Einige Monate später hatte sich das Bild jedoch umgekehrt: Bei den dem Corticoiden behandelten Patienten kehrten die Schmerzen häufig wieder, so dass sich nur noch 69 Prozent zufrieden mit ihrem Zustand zeigten. Bei den Patienten, die Übungen absolviert hatten, waren es dagegen 91 Prozent, bei den unbehandelten immerhin noch 83 Prozent.
Bei einem Tennisarm bilden sich winzig kleine Risse an den Sehnen, die die Muskeln mit den Knochen verbinden. Dabei kommt es zur Überbeanspruchung des Gewebes und zu schmerzenden Entzündungen. Betroffen sind neben Tennisspielern oft auch Menschen, die schwere körperliche Arbeiten verrichten.
Ulrich Dewald



















