Astronomen beobachten Geburt eines Pulsars
Ein internationales Astronomenteam der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA hat mit großer Wahrscheinlichkeit erstmals die Geburt eines Pulsars beobachtet. Das untersuchte System besteht aus einem Millisekundenpulsar und einem dem Pulsar benachbarten Roten Riesen im Kugelsternhaufen NGC 6397. Der Theorie der Forscher zu Folge beschleunigt ein Massefluss von dem Roten Riesen auf den entstehenden Pulsar dessen Rotation. Am Ende dieses Prozesses werden ein ausgewachsener Pulsar und ein Weißer Zwerg zurückbleiben.
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Das von Francesco Ferraro angeführte Forscherteam untersuchte den Pulsar PSR J1740-5340 mit Hilfe des Hubble-Weltraumteleskops und des Parkes-Radioteleskops der Raumfahrtbehörden NASA und ESA. Der Pulsar dreht sich mit einer Frequenz von 274 Herz um seine eigene Achse und strahlt daher Radiowellen mit Perioden im Millisekundenbereich aus. Zur großen Überraschung des Forscherteams hat dieser Pulsar allerdings nicht wie alle bisher beobachteten Pulsare einen Weißen Zwerg als Nachbarstern, sondern einen Roten Riesen. Dessen Radius übertrifft den Radius eines Weißen Zwerges um mehr als das Hundertfache.
Die Forscher glauben, dass ihre Beobachtung einen Einblick in die Entstehung eines Pulsars liefert. Einer gängigen Theorie zu Folge entsteht ein Pulsar aus einem alten, langsam rotierenden Neutronenstern, der stetig Masse eines benachbarten Roten Riesen absaugt. Die auf den Neutronenstern auftreffende Masse lässt dessen Rotationsgeschwindigkeit zunehmen – ein Pulsar entsteht. Dieser Prozess stoppt, sobald die Gashülle des Roten Riesen vollständig abgesaugt ist und dieser sich damit in einen Weißen Zwerg verwandelt hat.
Die Beobachten von Ferraro scheinen diese Hypothese zu bestätigen. Doch gesteht das Forscherteam ein, dass ihre Beobachtungen allein zu einem schlüssigen Beweis dieser Theorie der Pulsarentstehung nicht ausreichen. Der Rote Riese könnte sich bei weiteren Untersuchungen durchaus noch als ein "normaler" Stern erweisen, der nur durch Zufall von einem Pulsar eingefangen wurde. Dieser wiederum könnte seinen typischen Begleitstern – einen Weißen Zwerg – durch Gravitationskräfte benachbarter Sterne verloren haben. Dennoch sei die Wahrscheinlichkeit relativ groß, das hier in der Tat erstmals die Geburt eines Pulsars beobachtet wurde.
Stefan Maier

















