Erfolgreiche Behandlung von Depressionen mit Scheinmedikamenten
Plazebo-Pillen lösen Aktivierung spezifischer Hirnregionen aus
Scheinmedikamente ohne Wirkstoff helfen gegen krankhafte Schwermütigkeit fast genauso gut wie echte Antidepressiva, schreiben amerikanische Hirnforscher im Fachmagazin "American Journal of Psychiatry".
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Im Gehirn zahlreicher Depressiver konnten die Forscher in ihrer Studie nach der Einnahme von Scheinmedikamenten eine Aktivierung bestimmter Regionen in der Hirnrinde nachweisen. Die Scheinmedikamente wirkten dabei auf das Gehirn ähnlich nachhaltig wie echte Antidepressiva, erklärt das Team um Andrew Leuchter von der Universität von Kalifornien in Los Angeles.
Auch in der Heilungsrate können die Scheinmedikamente mithalten: Die Wirkstoff-losen Pillen verbesserten bei rund 40 Prozent der Teilnehmer die psychische Verfassung. Echte Antidepressiva hätten demgegenüber jedem zweiten Patienten geholfen und sind damit nur leicht besser, schreiben die Forscher. Sie wollen nun ergründen, über welche Mechanismen Scheinmedikamente wirken. Damit könnten Psychiater in Zukunft bestimmen, welche Therapie bei einem Patienten am aussichtsreichsten sei, sagt Leuchter. Zudem sollen die Untersuchungen zu besseren Behandlungen für Depressive führen, denen Antidepressiva nicht helfen.
ddp/bdw - Marcel Falk

















