Antikes chinesisches Medikament hilft gegen Krebs
Aus Beifuß gewonnenes Mittel wurde schon vor Tausenden von Jahren eingesetzt
Ein Wirkstoff aus der antiken chinesischen Medizin kann Brust- und Blutkrebszellen effektiv vernichten. Das berichten amerikanische Forscher im Fachmagazin Life Sciences (Bd. 70, S. 49).
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Die Wissenschaftler um Henry Lai von der Universität Washington behandelten Brustkrebszellen mit Artemisinin, einem Wirkstoff eines Beifußgewächses. Zudem fügten sie ein Eiweiß bei, dass die Einfuhr von Eisen in die Krebszellen erhöht. Die Substanzen wirkten sofort: Nach nur 16 Stunden waren beinahe alle Brustkrebszellen tot. Gesunden Brustzellen aber schadete die Therapie kaum, fanden die Forscher.
Die chinesische Arznei wirke nur im Zusammenspiel mit Eisen, das in Krebszellen meist in Unmengen vorhanden sei, erklären die Forscher. Deshalb schade das Mittel gesunden Körperzellen kaum, da sie vergleichsweise wenig Eisen enthalten. In einem ersten Tierversuch konnten die Forscher mit der Therapie einen an Knochenkrebs leidenden Hund innerhalb kürzester Zeit heilen.
Artemisininhaltige Extrakte aus Beifußgewächsen nutzten chinesische Heilkundige schon vor Tausenden von Jahren zur Behandlung von Malaria. Die Therapieform ging jedoch verloren, bis Archäologen vor rund dreißig Jahren das Rezept wieder ausgruben. Auch dem Malariaerreger wird bei der Behandlung wie den Krebszellen der hohe Eisenanteil zum Verhängnis.
ddp/bdw – Marcel Falk

















