Potenzmittel für Lithiumakkus entwickelt
Mit Hilfe von Eisennitrid speichern Akkus deutlich mehr Strom
Sie gehören längst zum festen Inventar von Laptops oder Handys: Lithiumionenakkus halten lange und sind problemlos wieder aufladbar. Kanadische Wissenschaftler um Linda Nazar von der University of Waterloo haben nun eine preiswerte Verbindung aus Lithium, Eisen und Stickstoff hergestellt, die das Durchhaltevermögen des Akkus noch steigern kann. Davon berichtet das Journal of the American Chemical Society in seiner aktuellen Ausgabe.
ANZEIGE
Erste Tests mit den eisennitridhaltigen Lithiumakkus verliefen erfolgreich: Sie ließen sich vielfach vollständig ent- und beladen und konnten deutlich mehr Strom speichern als gebräuchliche Lithiumakkus.
Die Rezeptur für die eisenhaltige Verbindung ist einfach, hat fast alchemistischen Charakter: Lithiumnitrid wird in Eisenkesseln gekocht und fertig ist ein potentes Elektrodenmaterial. Denn im Gegensatz zur Kohlenstoffelektrode gängiger Lithiumakkus kann Eisennitrid wesentlich mehr Lithiumionen aufnehmen und steigert so die Kapazität des Systems.
In gebräuchlichen Lithiumakkus transportieren Lithiumionen elektrische Ladung zwischen einem kobaltoxidhaltigen Pol und einem Gegenpol aus Kohlenstoff hin und her. Die Richtung des Ladungstransportes hängt davon ab, ob der Akku gerade Strom liefert oder aufgeladen wird.
Langfristig wollen die Forscher auch die kobaltoxidhaltige Elektrode durch eine Eisennitridverbindung ersetzen. Der Grund: Kobalt ist teuer und kann toxisch wirken.
Andrea Hoferichter


















