Medikamente gegen Sodbrennen erhöhen Risiko einer Magen-Darm-Infektion
Säure neutralisierende Medikamente verhindern, dass mit der Nahrung aufgenommene Krankheitserreger im Magen abgetötet werden. Dadurch steigt das Risiko einer Infektion. Über ihre Untersuchungen einer simulierten Lebensmittelvergiftung durch rohe Muscheln berichten Wissenschaftler der Mississippi State University und des Gulf Coast Seafood Laboratory, Alabama im Fachblatt Applied and Environmental Microbiology.
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Antacida sind Medikamente, die gegen Sodbrennen und säurebedingte Magenbeschwerden eingenommen werden. Sie lindern die Beschwerden, indem sie die Magensäure neutralisieren. Der stark saure Magensaft bildet aber eine natürliche Barriere gegen Bakterien. Wird diese zerstört, können vermehrt Keime mit der Nahrung in den Darm gelangen, sich dort vermehren und eine Infektion auslösen.
Diesen Vorgang untersuchten die Wissenschaftler mit einem künstlichen Verdauungstrakt. Der bestand aus miteinander verbundenen Glasbehältern, die eine Mischung von Säuren und Verdauungsenzymen enthielten. "Gefüttert" wurde mit zerkleinerten rohen Austern, denen Bakterien zugesetzt waren. Als Testkeim für diese simulierte bakterielle Verunreinigung diente Vibrio vulnificus, ein mit dem Choleraerreger verwandtes Bakterium, das oft in Austern nachgewiesen wird. Der Verzehr solcher Muscheln kann in seltenen Fällen zu einer Infektion führen, die dann oft tödlich verläuft.
Die Wissenschaftler ermittelten die Lebendzellzahlen der Bakterien während eines simulierten Übergangs vom Magen in den Darm. Ohne Medikamentenzugabe starben sämtliche Keime nach 30-minütigem Aufenthalt im Magen ab. In Gegenwart von Antacida überlebten sie bis zu zwei Stunden und konnten sich im anschließenden Darmabschnitt stark vermehren. Das beweist, zumindest für dieses Beispiel einer Lebensmittelvergiftung, dass die Einnahme von Antacida eine bakterielle Infektion begünstigt.
Joachim Czichos

















