Sonnenfinsternis: Chinesische Forscher untersuchten mögliche Abschirmung der Schwerkraft
Frage nach Gravitationsteilchen noch ungeklärt
Während der Sonnenfinsternis am 21. Juni in Afrika führten chinesische Wissenschaftler sehr präzise Gravitationsmessungen durch. Das Team um Qian-shen Wang von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften versucht seit 1980 die umstrittene Schwerkraftabschirmung nachzuweisen. Das berichtet der Online-Dienst SpaceDaily.
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Die Chinesen gehen von folgender theoretischer Überlegung aus: Wenn die Gravitationskraft zwischen zwei Objekten von Teilchen übertragen wird, dann sollte ein drittes Objekt, das man zwischen diese beiden platziert, einen Teil der Kraft abschirmen. Weil die Gravitation die mit Abstand schwächste physikalische Fundamentalkraft ist, kann man einen messbaren Effekt erst bei Objekten ab Planetengröße erwarten.
Bei einer Sonnenfinsternis sollte demnach der Mond, der sich zwischen Erde und Sonne schiebt, einen Teil der Sonnengravitation abschirmen. Bemerkbar machen sollte sich dieser Effekt in einer winzigen Veränderung der Erdbeschleunigung (g).
Nachdem Messungen des chinesischen Teams bei Sonnenfinsternissen in den Jahren 1980 und 1985 den gesuchten Effekt nicht nachweisen konnten, lieferte eine Messung bei der Sonnenfinsternis am 9. März 1997 im chinesischen Moho ein bemerkenswertes Ergebnis: Die Wissenschaftler beobachteten zwei Schwankungen der Erdbeschleunigung, und zwar kurz bevor und kurz nachdem der Mond die Sonnenscheibe "berührte". Die haben sich Forscher bisher nicht dazu geäußert, inwieweit diese Beobachtung mit ihrer Theorie zu vereinbaren ist.
Die Auswertung der in der vergangenen Woche gesammelten Daten wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Tang Keyun vom Institut für Geophysik der chinesischen Erdbebenbehörde zeigt sich jedenfalls zuversichtlich: "Die Qualität der gesammelten Daten ist dieses Mal viel besser als die Gravitationsdaten, die wir bei der Sonnenfinsternis in Moho gesammelt haben."
Axel Tillemans

















